Aufgaben-Set

Jugendmedienschutz

Inhalte, Wirkungen und Risiken

Jana Höllmüller, Lennart Hesse-Sörnsen

CC BY-SA 4.0/Medienradar, 10/2020

Zielgruppe: Klasse 7/8, Klasse 9/10, Klasse 11/12
Fächeranbindung: Deutsch, Ethik, Politische Bildung, GeWi
Zielgruppe:
Fächeranbindung:

Kompetenzen:

  • diskutieren
  • Meinungen und Erfahrungen austauschen
  • sich begründet positionieren
  • Texte analysieren

Material:

  • Für das Quiz: SMART Board bzw. Projektionsmöglichkeit (Lehrkraft) und Computer/Laptop bzw. Handy (Schüler*innen)
  • Internetzugang
  • Arbeitsblatt und Handout

Möglicher Ablauf und didaktische Hinweise:

In der Einführung zum Thema Jugendmedienschutz sollen die Schüler*innen anhand eines Quiz ihr Vorwissen testen und sich relevanten Aspekten des Themas, wie die Frage nach den Aufgaben des Jugendmedienschutzes und dem Nutzen von Altersfreigaben annähern. Hierbei können sie ihre eigenen Erfahrungen, Kenntnisse und Haltungen mit einfließen lassen. Durch die Analyse eines Textes werden sie für den Schutzaspekt von Jugendschutzgesetzen und Institutionen sensibilisiert.

1.    Quiz zum Einstieg in das Thema Jugendmedienschutz

Die Lehrkraft lässt die Schüler*innen zum allgemeinen Einstieg ein Kahoot!-Quiz (Shortlink: bit.ly/2JHgNsf) mit acht Fragen zum Thema Jugendmedienschutz durchführen. Die Jugendlichen spielen das Quiz entweder alleine oder auch in Gruppen gegeneinander.

Für die Umsetzung wird kein Kahoot-Account benötigt. Es sollte allerdings die Möglichkeit bestehen, die Internetseite über ein Smartboard oder einen angeschlossenen Beamer für alle im Klassenraum sichtbar zu machen. Das Quiz kann über den Button „Play as guest“ und die Auswahl eines Spielmodus gestartet werden. Kahoot generiert daraufhin einen Spielcode. Die Schüler*innen öffnen auf ihren Geräten die Seite kahoo.it, geben den Spielcode ein und melden sich mit einem selbstgewählten Benutzernamen an. Angemeldete Spieler werden auf dem Bildschirm angezeigt und sobald alle anwesend sind, kann die Lehrkraft das Spiel starten.

Die Ergebnisse des Quiz können gemeinsam in der Klasse ausgewertet und besprochen werden. Welche Fragen waren leicht, welche schwerer zu beantworten?

2.    Kenntnisse zum Thema Jugendmedienschutz zusammentragen

Nach dem allgemeinen Einstieg können in der Klasse einige wichtige Aspekte des Jugendmedienschutzes angesprochen und diskutiert werden. Durch das Quiz haben die Schüler*innen bereits einige Anregungen zur Beantwortung der Fragen erhalten.

  • Welche Bereiche betrifft der Jugendmedienschutz?

Mögliche Antworten: Kino, Fernsehen, Computerspiele, Internet, Handy-Apps, Social-Media-Kanäle

  • Welche Maßnahmen des Jugendmedienschutzes kennt ihr?

Mögliche Antworten: Gesetze, Prüfung von Medieninhalten, Vergabe von Altersfreigaben, Filterfunktionen im Internet, Jugendschutzfilter

  • Wer kontrolliert den Jugendmedienschutz?

Mögliche Antworten: Für die Medienkontrolle sind in Deutschland eine ganze Reihe verschiedener Institutionen zuständig. So z.B. Kontrolleinrichtungen wie die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM), die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK), die Freiwillige Selbstkontrolle Fernsehen (FSF), die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK), die Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter (FSM), die Aufsichtsgremien in den öffentlich-rechtlichen Sendern und die Bundesprüftelle für jugendgefährdende Medien (BPjM).

Die Schüler*innen können hier ihr vorhandenes Vorwissen einbringen. Es ist sicher nicht notwendig, dass die Schüler*innen jede einzelne Jugendschutzeinrichtung kennen. Wichtiger ist es zu verstehen, dass unterschiedliche Medien von verschiedenen Prüfeinrichtungen kontrolliert werden, diese aber im Prinzip ähnliche Bewertungskriterien entwickelt haben, um Medieninhalte zu beurteilen und ggf. als problematisch für Kinder und Jugendliche einzustufen. Geht es beispielsweise um Medieninhalte die zu Gewalttäigkeit, Verbrechen oder Rassenhass aufrufen, Selbstjustiz propagieren, zum Suizid verleiten oder Pornographie beinhalten, werden alle Kontrolleinrichtungen gleichermaßen einschreiten und den Zugang zu diesen Inhalten beschränken oder verweigern.

3.    Wie zeitgemäß ist der Jugendmedienschutz heutzutage?

Innerhalb der Diskussion werden die Schüler*innen mit Sicherheit auch ihre persönliche Erfahrung mit einfließen lassen und darauf eingehen, inwieweit sie den Jugendmedienschutz für sinnvoll erachten oder sich selbst an die Regelungen und Schutzmaßnahmen halten.

Um die Beantwortung dieser Frage nach der Diskussion für alle abschließend zu visualisieren, gibt die Lehrkraft im Raum (oder z.B. im Flur oder auf dem Hof) zwei Punkte vor, die mit einer imaginären Linie verbunden sind. Das eine Ende symbolisiert die Haltung, dass Jugendmedienschutz in unserer heutigen überholt erscheint und nutzlos ist, da er von Kindern und Jugendlichen ganz leicht umgangen oder ausgehebelt werden kann. Dementsprechend steht das andere Ende für die Meinung, dass der Jugendmedienschutz sehr gut funktioniert und eine wichtige Funktion für unsere Gesellschaft übernimmt. Die Schüler*innen sollen sich nun irgendwo auf der imaginären Linie positionieren. So entsteht ein visuelles Stimmungsbarometer zum Sinn von Maßnahmen des Jugendmedienschutzes. Im Anschluss sollte kurz über die Tendenz in der Klasse gesprochen werden.

4. Textanalyse zur Frage „Welche Aufgaben hat der Jugendmedienschutz“

In Deutschland gibt es eine Vielzahl von Gesetzen, die den Jugendschutzmedienschutz regeln, aber für Laien nur schwer zu durchschauen sind. Dennoch sind sie ein wichtiger Baustein, um Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung vor problematischen Medieninhalten zu schützen.

Neben generell verbotenen Inhalten wie z.B. der Verherrlichung von Krieg oder der Anleitung zu einer rechtswidrigen Tat, gibt es Inhalte, die Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung beeinträchtigen können und deswegen nicht für jedes Alter freigegeben werden. Hierzu bekommen die Schüler*innen den Auszug “Entwicklungsbeeinträchtigende Inhalte” aus dem Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (JMStV). Da ein Gesetzestext generell keine einfache Sprache verwendet und recht anspruchsvoll ist, sollen sich die Schüler*innen in drei Arbeitsschritten mit ihm auseinandersetzen (siehe Arbeitsblatt). Zwischenfragen zum Verständnis sollten gemeinsam geklärt werden. Das Handout für Lehrkräfte bietet mögliche Antworten und Lösungen.

ARBEITSBLATT_Wovor schützt der Jugendmedienschutz?    W  P
HANDOUT_Wovor schützt der Jugendmedienschutz?    P

Zum Abschluss der Stunde sollte festgehalten werden, dass der Jugendmedienschutz in Deutschland ein sehr komplexes System ist, bei dem es in erster Linie darum geht, Kinder und Jugendliche zu schützen. Dabei geht es nie um Geschmacksfragen, sondern nur um eine mögliche schädliche Wirkung. Gesetzestexte bestimmen dabei zwar den Rahmen, aber die Beurteilung einzelner Medienbeispiele durch Prüfer*innen in Jugendschutzinstitutionen kann im Einzelfall auch sehr unterschiedlich ausfallen. Um diese Beurteilungen anhand konkreter Medienbeispiele soll es in den nächsten Aufgaben gehen.

Downloadbereich:

ARBEITSBLATT_Wovor schützt der Jugendmedienschutz?    W  P
HANDOUT_Wovor schützt der Jugendmedienschutz?    P

Für Lehrkräfte sind zum vertiefenden Hintergrundwissen folgende Artikel zu empfehlen:

Kompetenzen:

  • diskutieren
  • Erfahrungen austauschen
  • sich positionieren
  • Reflexion über Altersfreigaben

Material:

  • Projektionsmöglichkeit
  • Videobeispiele aus der Playlist "Was ist eigentlich ängstigend?"
  • Arbeitsblätter und Handout zur Altersfreigabe

Möglicher Ablauf und didaktische Hinweise:

Angst ist eine der wesentlichen Dimensionen im Jugendmedienschutz. Werden durch Filme, Serien oder Games bestehende Ängste verstärkt oder völlig neue Ängste geweckt? Besonders in der Frage, ob ein Film für Kinder und Jugendliche geeignet ist, spielt das Ängstigungspotenzial oft eine entscheidende Rolle. In dieser Aufgabe setzen sich die Schüler*innen mit dem Begriff auseinander und analysieren kurze Clips dazu.

1. Diskussion zum Thema "Angst"

Die Schüler*innen sitzen in einem Stuhlkreis zusammen. Die Lehrkraft schreibt das Wort „Angst“ an die Tafel / das Whiteboard und bittet um eine Definition. Was bedeutet „Angst?“
Nach den ersten Erklärungen werden Ängste genannt. Auf den die Angst zutrifft, der/die steht auf und sucht sich einen neuen Platz.
Ich habe Angst vor…

  • Spinnen
  • dem Zahnarzt / der Zahnärztin
  • Krankheiten
  • Horrorfilmen

Zwischendurch können Fragen diskutiert werden:

  • Warum gibt es Angst?
  • Wie fühlt sich Angst an?
  • Ist Angst gut oder schlecht?

Schließlich werden die Schüler*innen auch nach Medienerlebnissen gefragt.

  • Habt ihr schon mal von einem Film / einem Video schlecht geträumt?

Die Lehrkraft kann dabei auch von eigenen Erfahrungen berichten. Viele Erwachsenen geben zum Beispiel an, dass der Film  „Der Weisse Hai“ (1975) eine Angst vor dem Wasser ausgelöst hat, die sie seitdem vor allem im Urlaub begleitet.

2. Prüfen von Videoausschnitten

In dieser Übung setzten sich die Schüler*innen zunächst mit der Frage auseinander, welche Faktoren die Wirkung eines Films verstärken oder abschwächen können. Im Anschluss werden sie in die Lage von Jugendschützer*innen versetzt und schauen Ausschnitte aus Filmen. Diese werden zum Thema Angst mit Hilfe von Leitfragen bewertet.

Die Schüler*innen sehen sich die Videoausschnitte an und entscheiden über die Altersfreigabe mit Blick auf das Ängstigungspotenzial.

ARBEITSBLATT_Angst im Film    W  P
HANDOUT_Angst im Film    P

3. Zusammenfassung

Nach der Besprechung der Clips sollen die Schüler*innen eine Zusammenfassung schreiben, warum angsteinflößende Filme nicht immer für Kinder oder Jugendliche geeignet sind.

Mögliche Inhalte könnten sein:

  • Knüpfen Filme oder einzelne Szenen an bestehende (Ur-)Ängste an, so können sich diese verstärken und über die Rezeption hinaus nachhaltig wirken. 
  • Es können auch bestimmte Ängste durch einen Film erst hervorgerufen werden, wenn beispielweise eine starke Alltagsnähe besteht oder die Szene besonders dramatisch umgesetzt wird.
  • Auf der anderen Seite muss auch Kindern ein Lernfeld bereitgehalten werden, um Ängste in einem sicheren Rahmen auszuhalten und überwinden zu können. Ein wenig Angst und Grusel kann also hilfreich sein, solange es verkraftbar bleibt. Übermäßig ängstigende Inhalte können Kinder aber in ihrer Entwicklung hemmen. 

Downloadbereich:

ARBEITSBLATT_Angst im Film    W  P
HANDOUT_Angst im Film    P

 

Kompetenzen:

  • Reflexion über Altersfreigaben
  • eigene Position entwickeln

Material:

  • Projektionsmöglichkeit
  • Arbeitsblatt
  • Übersicht Altersfreigaben

Möglicher Ablauf und didaktische Hinweise:

Ein wichtiges Kriterium, ob ein Film z.B. ab 12 oder ab 18 Jahren freigeben wird, ist die Darstellung von Gewalt. Wie intensiv oder explizit ist das Gezeigte? Wird die Gewaltanwendung befürwortet? Dafür sind auch die Gesamtaussage, die Botschaft des Films und das Identifikationspotenzial der Täter*innen/ bzw. Opfer wichtig.

In dieser Übung werden die Schüler*innen in die Lage von Jugendschützer*innen versetzt: Sie schauen Ausschnitte aus Filmen bzw. Sendungen an und bewerten diese mit Hilfe der kurzen Rezeptionsanweisungen nach deren Jugendschutzrelevanz.

ARBEITSBLATT_Wirkung von Gewalt in Filmen    W  P

    Die Schüler*innen diskutieren im Anschluss in Kleingruppen von 3 oder 5 Schüler*innen ihre Einschätzungen und stimmen über die Altersfreigabe ab. Die Ergebnisse der einzelnen Gruppen werden anschließend im Plenum besprochen und an der Tafel/am Board festgehalten.
    Die Lehrkraft kann darauf hinweisen, dass auch die Prüfer*innen der FSF sich nicht immer einig sind und Abstimmungen auch öfter knapp (z.B. ein Stimmenverhältnis von 3:2) ausgehen.

    Downloadbereich:

    ARBEITSBLATT_Wirkung von Gewalt in Filmen    W  P

    Für Lehrkräfte sind zum vertiefenden Hintergrundwissen folgende Artikel zu empfehlen:

    Kompetenzen:

    • gegenseitiger Austausch
    • diskutieren
    • debattieren (Pro- und Contra Argumente finden) 

    Material:

    • Projektionsmöglichkeit
    • Arbeitsblatt
    • Übersicht Altersfreigaben

    Möglicher Ablauf und didaktische Hinweise:

    Auch beim Gaming wird das Thema Gewalt immer wieder aufgegriffen. Ego-Shooter wie Counter-Strike oder Rollenspiele wie World of Warcraft wurden bis vor ein paar Jahren immer wieder als „Killer-Spiele“ bezeichnet. Zum Einstieg in das Thema wird eine Schlagzeile aus der Bildzeitung von 2009 gezeigt.

    Hintergrund: Christine Haderthauer (CSU) war zu dieser Zeit die Ministerin für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen von Bayern. Auslöser der Debatte um Shooter-Spiele waren vor allem die Amokläufe junger Männer, etwa in Erfurt (2002), Emsdetten (2006) und Winnenden (2009).

    1. Was verbinden die Schüler*innen mit dem Begriff „Killerspiel“. Die Assoziationen können an der Tafel / am Whiteboard gesammelt werden. Welche Wirkung wird von „Killerspielen“ befürchtet? Halten die Schüler*innen die Sorgen für berechtigt?

    2. Auch heute wird noch über die Wirkung von Computerspielen diskutiert. Nach dem Anschlag in Halle (9. Oktober 2019), bei dem Rechtsextremist Stephan B. zwei Menschen ermordete und 68 weitere verletzte, wurde die Rolle von Ego-Shootern für seine Taten diskutiert.

    Die Schüler*innen lesen den Kommentar „Nicht schon wieder die Killerspieldebatte“ von Lisa Hegemann (ZEIT ONLINE-Text vom 14.10.2019) und beantworten die Fragen auf dem Arbeitsblatt.

    ARBEITSBLATT_Wirkung von Gewalt in Computerspielen - Beispiel Halle    W  P

    3. Mit ihrer/m Sitznachbarn / Sitznachbarin besprechen sie ihre Antworten, bevor die Diskussion für die ganze Klasse geöffnet wird. Neben den Fragen vom Arbeitsblatt könnten noch die folgenden Fragen besprochen werden:

    • Im Text werden Vorurteile gegenüber Gamer*innen angesprochen. Hat von euch jemand schon mal zu Hause / in der Schule einen Spruch zu hören bekommen, weil er/sie zockt. Warum gibt es solche Vorurteile?
    • Wie könnten Vorurteile zu Videospielen abgebaut werden?

    4. Sollte das Thema Gaming in der Schule mehr diskutiert werden? Aus den gewichteten Argumenten und den gefundenen Beispielen können sich die Schüler*innen nun einen individuellen Schreibplan für eine dialektische Erörterung ableiten.

    Pro:

    • Spiele können pädagogisch wertvoll sein, sind vielseitig einsetzbar.
    • Spiele fördern Medienkompetenz.
    • Man kann zu Games fächerübergreifend etwas erarbeiten.
    • Man behandelt damit sehr aktuellen Stoff.
    • Lehrkräfte sollte interessieren, was Jugendlichen gefällt.

    Kontra:

    • Gaming sollte den Jugendlichen vorbehalten sein.
    • Viele Schüler*innen zocken ohnehin schon zu viel. Man sollte dem Thema nicht noch mehr Raum geben.
    • Die „interessanten“ Spiele sind ab 16 oder 18 und dürfen in der Schule deshalb gar nicht getestet / gezeigt werden.

    Downloadbereich:

    ARBEITSBLATT_Wirkung von Gewalt in Computerspielen - Beispiel Halle    W  P

    Für Lehrkräfte sind zum vertiefenden Hintergrundwissen folgende Artikel zu empfehlen:

     

    Kompetenzen:

    • Diskussion
    • Reflexion eigener Erfahrung
    • eigene Position entwickeln
    • Reflexion von Handlungsempfehlungen

    Material:

    • Projektionsmöglichkeit
    • Arbeitsblatt
    • Plakate, Stifte, Papier, Klebstoff, Scheren

    Möglicher Ablauf und didaktische Hinweise:

    Im Internet werden Kinder und Jugendliche häufig mit Inhalten konfrontiert, vor denen sie im Kino oder im Fernsehen möglicherweise durch entsprechende Altersmaßnahmen geschützt werden. Am eigenen Smartphone sind die jungen Menschen auf sich allein gestellt und müssen schon früh lernen, Verantwortung für sich und für andere zu übernehmen. Denn sie sind nicht nur potenzielle Empfänger*innen, sondern auch Sender*innen von Inhalten. Mit diesen Aufgaben können die Schüler*innen reflektieren, wie sie sich und ihre Mitmenschen schützen können.

    Informationen dazu liefert auch die Playlist Gefahren im Netz. Risiken in sozialen Netzwerken und jugendaffinen Onlinediensten

    1. Zum Einstieg wird der Clip „Verstörende Inhalte auf Smartphones von Schüler*innen“ gezeigt und besprochen.  Mögliche Diskussionsfragen:
    - Worum geht es in dem Clip? - Um was für Inhalte geht es?
    - Wie landen die verstörenden Clips auf den Handys?
    - Was habt ihr für Erfahrungen gemacht?
    - Wie seid Ihr damit umgegangen?

    2. Die Schüler*innen entwickeln in Kleingruppen ein Plakat. Wie gehe ich mit heftigen/verstörenden Inhalten um? Auf dem Plakat sollen Tipps gesammelt werden. In der Gestaltung können die Schüler*innen kreativ werden. Mögliche Inhalte könnten sein:

    • nicht weiterschicken
    • Mitschüler*in ansprechen, dass er/sie sowas nicht verschicken soll
    • unbekannten Personen blockieren & melden
    • wenn die Nachricht bei mir Angst / Ekel oder so auslöst, mit jemandem darüber sprechen. Mit…
      • Freund*innen
      • Eltern
      • Lehrer*innen
      • Schulsozialarbeiter*innen
      • oder ggf. die Polizei einschalten

    Alternativ können die Schüler*innen sich auch Regeln für den Klassenchat überlegen und gemeinsam formulieren.

    3. Das Arbeitsblatt stellt verschiedene Szenarien zu möglichen Gefahren im Netz vor. Bei allen Beispielen steht die Frage „Was würdest du tun?“ im Vordergrund. Die Schüler*innen sollen sich entweder allein oder zu zweit in Stichworten positionieren.

    ARBEITSBLATT_Jugendmedienschutz im Internet    W  P
    HANDOUT_Jugendmedienschutz im Internet    P

    Im Anschluss werden die Beispiele und Antworten diskutiert. Abschließende Fragen könnten sein:

    • Würdet ihr euch wünschen, in der Schule mehr über solche Themen zu sprechen? Warum ja / warum nicht?
    • Würdet ihr mit Lehrer*innen oder euren Eltern über solche Probleme sprechen?

    Ggf. Beratungsangebote vorstellen:

    Downloadbereich:

    ARBEITSBLATT_Jugendmedienschutz im Internet    W  P
    HANDOUT_Jugendmedienschutz im Internet    P

    Für Lehrkräfte ist zum vertiefenden Hintergrundwissen folgende Playlist zu empfehlen:
    Gefahren im Netz - Risiken in sozialen Netzwerken und jugendaffinen Onlinediensten

    Kompetenzen:

    • diskutieren
    • Meinungen und Erfahrungen austauschen
    • sich begründet positionieren
    • Texte analysieren

    Material:

    • Für das Quiz: SMART Board bzw. Projektionsmöglichkeit (Lehrkraft) und Computer/Laptop bzw. Handy (Schüler*innen)
    • Internetzugang
    • Arbeitsblatt und Handout

    Möglicher Ablauf und didaktische Hinweise:

    In der Einführung zum Thema Jugendmedienschutz sollen die Schüler*innen anhand eines Quiz ihr Vorwissen testen und sich relevanten Aspekten des Themas, wie die Frage nach den Aufgaben des Jugendmedienschutzes und dem Nutzen von Altersfreigaben annähern. Hierbei können sie ihre eigenen Erfahrungen, Kenntnisse und Haltungen mit einfließen lassen. Durch die Analyse eines Textes werden sie für den Schutzaspekt von Jugendschutzgesetzen und Institutionen sensibilisiert.

    1.    Quiz zum Einstieg in das Thema Jugendmedienschutz

    Die Lehrkraft lässt die Schüler*innen zum allgemeinen Einstieg ein Kahoot!-Quiz (Shortlink: bit.ly/2JHgNsf) mit acht Fragen zum Thema Jugendmedienschutz durchführen. Die Jugendlichen spielen das Quiz entweder alleine oder auch in Gruppen gegeneinander.

    Für die Umsetzung wird kein Kahoot-Account benötigt. Es sollte allerdings die Möglichkeit bestehen, die Internetseite über ein Smartboard oder einen angeschlossenen Beamer für alle im Klassenraum sichtbar zu machen. Das Quiz kann über den Button „Play as guest“ und die Auswahl eines Spielmodus gestartet werden. Kahoot generiert daraufhin einen Spielcode. Die Schüler*innen öffnen auf ihren Geräten die Seite kahoo.it, geben den Spielcode ein und melden sich mit einem selbstgewählten Benutzernamen an. Angemeldete Spieler werden auf dem Bildschirm angezeigt und sobald alle anwesend sind, kann die Lehrkraft das Spiel starten.

    Die Ergebnisse des Quiz können gemeinsam in der Klasse ausgewertet und besprochen werden. Welche Fragen waren leicht, welche schwerer zu beantworten?

    2.    Kenntnisse zum Thema Jugendmedienschutz zusammentragen

    Nach dem allgemeinen Einstieg können in der Klasse einige wichtige Aspekte des Jugendmedienschutzes angesprochen und diskutiert werden. Durch das Quiz haben die Schüler*innen bereits einige Anregungen zur Beantwortung der Fragen erhalten.

    • Welche Bereiche betrifft der Jugendmedienschutz?

    Mögliche Antworten: Kino, Fernsehen, Computerspiele, Internet, Handy-Apps, Social-Media-Kanäle

    • Welche Maßnahmen des Jugendmedienschutzes kennt ihr?

    Mögliche Antworten: Gesetze, Prüfung von Medieninhalten, Vergabe von Altersfreigaben, Filterfunktionen im Internet, Jugendschutzfilter

    • Wer kontrolliert den Jugendmedienschutz?

    Mögliche Antworten: Für die Medienkontrolle sind in Deutschland eine ganze Reihe verschiedener Institutionen zuständig. So z.B. Kontrolleinrichtungen wie die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM), die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK), die Freiwillige Selbstkontrolle Fernsehen (FSF), die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK), die Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter (FSM), die Aufsichtsgremien in den öffentlich-rechtlichen Sendern und die Bundesprüftelle für jugendgefährdende Medien (BPjM).

    Die Schüler*innen können hier ihr vorhandenes Vorwissen einbringen. Es ist sicher nicht notwendig, dass die Schüler*innen jede einzelne Jugendschutzeinrichtung kennen. Wichtiger ist es zu verstehen, dass unterschiedliche Medien von verschiedenen Prüfeinrichtungen kontrolliert werden, diese aber im Prinzip ähnliche Bewertungskriterien entwickelt haben, um Medieninhalte zu beurteilen und ggf. als problematisch für Kinder und Jugendliche einzustufen. Geht es beispielsweise um Medieninhalte die zu Gewalttäigkeit, Verbrechen oder Rassenhass aufrufen, Selbstjustiz propagieren, zum Suizid verleiten oder Pornographie beinhalten, werden alle Kontrolleinrichtungen gleichermaßen einschreiten und den Zugang zu diesen Inhalten beschränken oder verweigern.

    3.    Wie zeitgemäß ist der Jugendmedienschutz heutzutage?

    Innerhalb der Diskussion werden die Schüler*innen mit Sicherheit auch ihre persönliche Erfahrung mit einfließen lassen und darauf eingehen, inwieweit sie den Jugendmedienschutz für sinnvoll erachten oder sich selbst an die Regelungen und Schutzmaßnahmen halten.

    Um die Beantwortung dieser Frage nach der Diskussion für alle abschließend zu visualisieren, gibt die Lehrkraft im Raum (oder z.B. im Flur oder auf dem Hof) zwei Punkte vor, die mit einer imaginären Linie verbunden sind. Das eine Ende symbolisiert die Haltung, dass Jugendmedienschutz in unserer heutigen überholt erscheint und nutzlos ist, da er von Kindern und Jugendlichen ganz leicht umgangen oder ausgehebelt werden kann. Dementsprechend steht das andere Ende für die Meinung, dass der Jugendmedienschutz sehr gut funktioniert und eine wichtige Funktion für unsere Gesellschaft übernimmt. Die Schüler*innen sollen sich nun irgendwo auf der imaginären Linie positionieren. So entsteht ein visuelles Stimmungsbarometer zum Sinn von Maßnahmen des Jugendmedienschutzes. Im Anschluss sollte kurz über die Tendenz in der Klasse gesprochen werden.

    4. Textanalyse zur Frage „Welche Aufgaben hat der Jugendmedienschutz“

    In Deutschland gibt es eine Vielzahl von Gesetzen, die den Jugendschutzmedienschutz regeln, aber für Laien nur schwer zu durchschauen sind. Dennoch sind sie ein wichtiger Baustein, um Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung vor problematischen Medieninhalten zu schützen.

    Neben generell verbotenen Inhalten wie z.B. der Verherrlichung von Krieg oder der Anleitung zu einer rechtswidrigen Tat, gibt es Inhalte, die Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung beeinträchtigen können und deswegen nicht für jedes Alter freigegeben werden. Hierzu bekommen die Schüler*innen den Auszug “Entwicklungsbeeinträchtigende Inhalte” aus dem Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (JMStV). Da ein Gesetzestext generell keine einfache Sprache verwendet und recht anspruchsvoll ist, sollen sich die Schüler*innen in drei Arbeitsschritten mit ihm auseinandersetzen (siehe Arbeitsblatt). Zwischenfragen zum Verständnis sollten gemeinsam geklärt werden. Das Handout für Lehrkräfte bietet mögliche Antworten und Lösungen.

    ARBEITSBLATT_Wovor schützt der Jugendmedienschutz?    W  P
    HANDOUT_Wovor schützt der Jugendmedienschutz?    P

    Zum Abschluss der Stunde sollte festgehalten werden, dass der Jugendmedienschutz in Deutschland ein sehr komplexes System ist, bei dem es in erster Linie darum geht, Kinder und Jugendliche zu schützen. Dabei geht es nie um Geschmacksfragen, sondern nur um eine mögliche schädliche Wirkung. Gesetzestexte bestimmen dabei zwar den Rahmen, aber die Beurteilung einzelner Medienbeispiele durch Prüfer*innen in Jugendschutzinstitutionen kann im Einzelfall auch sehr unterschiedlich ausfallen. Um diese Beurteilungen anhand konkreter Medienbeispiele soll es in den nächsten Aufgaben gehen.

    Downloadbereich:

    ARBEITSBLATT_Wovor schützt der Jugendmedienschutz?    W  P
    HANDOUT_Wovor schützt der Jugendmedienschutz?    P

    Für Lehrkräfte sind zum vertiefenden Hintergrundwissen folgende Artikel zu empfehlen:

    Kompetenzen:

    • diskutieren
    • Erfahrungen austauschen
    • sich positionieren
    • prüfen und begründen von Altersfreigaben

    Material:

    • Projektionsmöglichkeit
    • Videobeispiele aus der Playlist "Was ist eigentlich ängstigend?"
    • Arbeitsblätter und Handout zur Altersfreigabe

    Möglicher Ablauf und didaktische Hinweise:

    Angst ist eine der wesentlichen Dimensionen im Jugendmedienschutz. Werden durch Filme, Serien oder Games bestehende Ängste verstärkt oder völlig neue Ängste geweckt? Besonders in der Frage, ob ein Film für Kinder und Jugendliche geeignet ist, spielt das Ängstigungspotenzial oft eine entscheidende Rolle. In dieser Aufgabe setzen sich die Schüler*innen mit dem Begriff auseinander und analysieren kurze Clips dazu.

    1. Diskussion zum Thema "Angst"

    Die Schüler*innen sitzen in einem Stuhlkreis zusammen. Die Lehrkraft schreibt das Wort „Angst“ an die Tafel / das Whiteboard und bittet um eine Definition. Was bedeutet „Angst?“
    Nach den ersten Erklärungen werden Ängste genannt. Auf den die Angst zutrifft, der/die steht auf und sucht sich einen neuen Platz.
    Ich habe Angst vor…

    • Spinnen
    • dem Zahnarzt / der Zahnärztin
    • Krankheiten
    • Horrorfilmen

    Zwischendurch können Fragen diskutiert werden:

    • Warum gibt es Angst? (Schützt uns vor Gefahren – wie ein eingebautes Alarmsystem)
    • Wie fühlt sich Angst an?
    • Ist Angst gut oder schlecht?

    Schließlich werden die Schüler*innen auch nach Medienerlebnissen gefragt.

    • Habt ihr schon mal von einem Film / einem Video schlecht geträumt?

    Die Lehrkraft kann dabei auch von eigenen Erfahrungen berichten. Viele Erwachsenen geben zum Beispiel an, dass der Film  „Der Weisse Hai“ (1975) eine Angst vor dem Wasser ausgelöst hat, die sie seitdem vor allem im Urlaub begleitet.

    2. Prüfen von Videoausschnitten

    In dieser Übung werden die Schüler*innen in die Lage der FSF-Prüfer*innen versetzt: Sie schauen Ausschnitte aus Filmen und bewerten die Clips zum Thema Angst mit Hilfe der kurzen Rezeptionsanweisungen.

    Die Schüler*innen sehen sich die Videoausschnitte an und entscheiden über die Altersfreigabe mit Blick auf das Ängstigungspotenzial.

    ARBEITSBLATT_Angst im Film    W  P
    HANDOUT_Angst im Film    P

    3. Zusammenfassung

    Nach der Besprechung der Clips sollen die Schüler*innen eine Zusammenfassung schreiben, warum angsteinflößende Filme nicht immer für Kinder oder Jugendliche geeignet sind.

    Mögliche Inhalte könnten sein:

    • Knüpfen Filme oder einzelne Szenen an bestehende (Ur-)Ängste an, so können sich diese verstärken und über die Rezeption hinaus nachhaltig wirken. 
    • Es können auch bestimmte Ängste durch einen Film erst hervorgerufen werden, wenn beispielweise eine starke Alltagsnähe besteht oder die Szene besonders dramatisch umgesetzt wird.
    • Auf der anderen Seite muss auch Kindern ein Lernfeld bereitgehalten werden, um Ängste in einem sicheren Rahmen auszuhalten und überwinden zu können. Ein wenig Angst und Grusel kann also hilfreich sein, solange es verkraftbar bleibt. Übermäßig ängstigende Inhalte können Kinder aber in ihrer Entwicklung hemmen. 

    Downloadbereich:

    ARBEITSBLATT_Angst im Film    W  P
    HANDOUT_Angst im Film    P

     

    Kompetenzen:

    • Analyse von Filmszenen
    • Textanalyse
    • eigene Position entwickeln

    Material:

    • Projektionsmöglichkeit
    • Arbeitsblatt
    • Übersicht Altersfreigaben

    Möglicher Ablauf und didaktische Hinweise:

    Ein wichtiges Kriterium, ob ein Film z.B. ab 12 oder ab 18 Jahren freigeben wird, ist die Darstellung von Gewalt. Wie intensiv oder explizit ist das Gezeigte? Wird die Gewaltanwendung befürwortet? Dafür sind auch die Gesamtaussage, die Botschaft des Films und das Identifikationspotenzial der Täter*innen/ bzw. Opfer wichtig.

    In dieser Übung werden die Schüler*innen in die Lage der Prüfer*innen der FSF (Freiwillige Selbstkontrolle Fernsehen) versetzt: Sie schauen Ausschnitte aus Filmen bzw. Sendungen an und bewerten diese mit Hilfe der kurzen Rezeptionsanweisungen nach deren Jugendschutzrelevanz.

    Hinweis: In dieser Aufgabe befindet sich ein Medienbeispiel mit einer FSK-Freigabe ab 16 Jahren. Für Klassen mit Schüler*innen unter 16 Jahren bietet sich die nahezu identische Aufgabenstellung A3 der Klassenstufe 7/8 an.

    ARBEITSBLATT_Wirkung von Gewalt in Filmen    W  P

      Die Schüler*innen diskutieren im Anschluss in Kleingruppen von 3 oder 5 Schüler*innen ihre Einschätzungen und stimmen über die Altersfreigabe ab. Die Ergebnisse der einzelnen Gruppen werden anschließend im Plenum besprochen und an der Tafel/am Board festgehalten.

      Die Lehrkraft kann darauf hinweisen, dass auch die Prüfer*innen der FSF sich nicht immer einig sind und Abstimmungen auch öfter knapp (z.B. ein Stimmenverhältnis von 3:2) ausgehen.

      Downloadbereich:

      ARBEITSBLATT_Wirkung von Gewalt in Filmen    W  P

      Für Lehrkräfte sind zum vertiefenden Hintergrundwissen folgende Artikel zu empfehlen:
      Playlist Gewaltbefürwortung und -förderung

      Kompetenzen:

      • diskutieren
      • Sozialkompetenz
      • Reflexion von Altersfreigaben
      • Austausch von Meinungen
      • eigene Position begründen 

      Material:

      • Projektionsmöglichkeit
      • Arbeitsblatt

      Möglicher Ablauf und didaktische Hinweise:

      1. Die Schüler*innen befassen sich mit Kriterien für die Alterseinstufungen von Filmen. Dazu sehen sie sich einen Ausschnitt von Sherlock Holmes - Spiel im Schatten in der integralen und denselben Ausschnitt in der geschnittenen Version des Films an.

      Hinweis: Bei der Beurteilung einer kurzen Szene aus einem Langfilm kann man der Wirkungsvermutung eines Films natürlich nicht gerecht werden. Es geht deshalb in dieser Übung nicht um die Altersfreigabe des gesamten Films. Vielmehr soll am Beispiel einer kurzen Szene die Wirkung von Bild und Ton analysiert werden.  

        Der Film erhielt von der FSK eine Freigabe ab 12 Jahren. Die geschnittene Fassung wurde von der FSF für das Tagesprogramm freigegeben. Bei der Ausstrahlung im Tagesprogramm ist das Wohl jüngerer Kinder zu berücksichtigen. Eine Entwicklungsbeeinträchtigung für unter 12-Jährige muss also ausgeschlossen werden.

        Auf einem Arbeitsblatt vergleichen die Schüler*innen anhand von Leitfragen die beiden Filmausschnitte. Sie machen sich während des Schauens Notizen auf dem Arbeitsblatt.

        ARBEITSBLATT_FSK 12- Was ist deine Einschätzung?    W  P

        Hinweis: Je nach filmischen Wissensstand der Klasse, kann zu Beginn auf Kameraeinstellungen, Perspektiven und Wirkung von Musik im Film eingegangen und das Wissen der Klasse einbezogen werden. Hierfür kann zum Beispiel die App für den interaktiven Einstieg in die Filmsprache von FILM+SCHULE NRW genutzt werden.

        Die in der Tabelle festgehaltenen Unterschiede der beiden Filmversionen können im Plenum besprochen werden.

        2. Im Anschluss gibt die Lehrkraft einen Input zu den Kriterien, die für den Jugendmedienschutz relevant sind. Hierbei werden vor allem jene Risikodimensionen besprochen, die in der FSF-Prüfpraxis eine Rolle spielen. Informationen liefert hierfür das Handout (Auszug aus dem Artikel Nach welchen Kriterien werden Medieninhalte geprüft? Altersfreigaben und Wirkungsrisiken)

        HANDOUT_Risikodimensionen    P

        Der Film Sherlock Holmes – Spiel im Schatten wurde von der FSF in der integralen Fassung als Überforderung für unter 12-Jährige eingeschätzt. Die gezeigte Szene kann im Hinblick auf die Risikodimensionen der übermäßigen Ängstigung als auch der Gewaltbefürwortung bzw. -förderung diskutiert werden.

        Im Plenum diskutieren die Schüler*innen, inwieweit beide Aspekte in der Beurteilung des Filmbeispiels berücksichtigt werden müssen. Die Argumente werden an der Tafel/am Board gesammelt.

        Kann diese Szene nachhaltig ängstigend auf unter 12-Jährige wirken? Begründe Deine Einschätzung.

        Mögliche Argumente wären:

        Ja:

        • Die Helden befinden sich in Lebensgefahr
        • Die Bedrohung ist durch die filmische Inszenierung spürbar und kann jüngere Kinder übermäßig ängstigen:
          • Die Szene ist rasant und atemlos
          • Die Bildebene ist dicht und explizit gestaltet
          • Die Tonebene verstärkt die bedrohliche Situation für die Helden
          • Das Setting im Wald ist düster
        • Die Massierung an Bedrohung und Gewalt überfordert Jüngere

        Nein:

        • Den Helden geschieht am Ende nichts
        • Die Helden bleiben angstfrei, eine Angstübertragung auf die eigene Lebensrealität ist deshalb nicht anzunehmen
        • Das ist zwar actiongeladen, aber nicht ängstigend

        Kann diese Szene gewaltbefürwortend bzw -fördernd auf Kinder unter 12 Jahren wirken? Begründe Deine Einschätzung.

        Mögliche Argumente wären:

        Ja

        • Waffen erhalten hier durch Detailaufnahmen und Slow-Motion eine Faszination
        • Gewalt wird als abenteuerlich dargestellt
        • Die Explosion wirkt cool
        • Bei Kindern unter 12 Jahren entwickelt sich erst die Fähigkeit, zwischen Fiktion und Realität zu unterscheiden. Hier handelt es sich nicht um eine deutlich fiktionale Animation, sondern um einen Film mit realen Schauspielern. Jüngere können sich nicht ausreichend von dem Gesehenen distanzieren.

        Nein

        • Die Helden sind Opfer und verteidigen sich nur
        • Die Darstellung der Waffe wirkt abschreckend und nicht faszinierend
        • Die Auswirkungen von Gewalt werden auch gezeigt (Tote, Verletzte)
        • Die Slow-Motion Inszenierung der fliegenden Patronen sind zwar toll anzusehen, es bleibt aber auch für Jüngere durch die historische Einbettung deutlich realistätsfern

        Anschließend wird diese kurze Szene von den Schüler*innen mit einer Altersfreigabe versehen.

        Welche Altersfreigabe würdest du entscheiden?

        • ab 0 Jahren
        • ab 6 Jahren
        • ab 12 Jahren
        • ab 16 Jahren
        • ab 18 Jahren

        Das Ergebnis wird zusammen mit dem Stimmverhältnis an der Tafel/am Board festgehalten.

        Downloadbereich:

        ARBEITSBLATT_FSK 12- Was ist deine Einschätzung?    W  P

        Für Lehrkräfte sind zum vertiefenden Hintergrundwissen folgende Playlists zu empfehlen:

        Kompetenzen:

        • gegenseitiger Austausch
        • diskutieren
        • debattieren (Pro- und Contra Argumente finden)

        Material:

        • Projektionsmöglichkeit
        • Arbeitsblatt
        • Übersicht Altersfreigaben

        Möglicher Ablauf und didaktische Hinweise:

        Auch beim Gaming wird das Thema Gewalt immer wieder aufgegriffen. Ego-Shooter wie Counter-Strike oder Rollenspiele wie World of Warcraft wurden bis vor ein paar Jahren immer wieder als „Killer-Spiele“ bezeichnet. Zum Einstieg in das Thema wird eine Schlagzeile aus der Bildzeitung von 2009 gezeigt.

        Hintergrund: Christine Haderthauer (CSU) war zu dieser Zeit die Ministerin für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen von Bayern. Auslöser der Debatte um Shooter-Spiele waren vor allem die Amokläufe junger Männer, etwa in Erfurt, Emsdetten und Winnenden.

        1. Was verbinden die Schüler*innen mit dem Begriff „Killerspiel“. Die Assoziationen können an der Tafel / am Whiteboard gesammelt werden. Welche Wirkung wird von „Killerspielen“ befürchtet? Halten die Schüler*innen die Sorgen für berechtigt?

        2. Auch heute wird noch über die Wirkung von Computerspielen diskutiert. Nach dem Anschlag in Halle (9. Oktober 2019), bei dem Rechtsextremist Stephan B. zwei Menschen ermordete und 68 weitere verletzte, wurde die Rolle von Ego-Shootern für seine Taten diskutiert.

        Die Schüler*innen lesen den Kommentar „Nicht schon wieder die Killerspieldebatte“ von Lisa Hegemann (ZEIT ONLINE-Text vom 14.10.2019) und beantworten die Fragen auf dem Arbeitsblatt.

        ARBEITSBLATT_Wirkung von Gewalt in Computerspielen - Beispiel Halle    W  P

        3. Mit ihrer/m Sitznachbarn / Sitznachbarin besprechen sie ihre Antworten, bevor die Diskussion für die ganze Klasse geöffnet wird. Neben den Fragen vom Arbeitsblatt könnten noch die folgenden Fragen besprochen werden:

        • Im Text werden Vorurteile gegenüber Gamer*innen angesprochen. Hat von euch jemand schon mal zu Hause / in der Schule einen Spruch zu hören bekommen, weil er/sie zockt. Warum gibt es solche Vorurteile?
        • Wie könnten Vorurteile zu Videospielen abgebaut werden?

        4. Sollte das Thema Gaming in der Schule mehr diskutiert werden? Aus den gewichteten Argumenten und den gefundenen Beispielen können sich die Schüler*innen nun einen individuellen Schreibplan für eine dialektische Erörterung ableiten.

        Pro:

        • Spiele können pädagogisch wertvoll sein, sind vielseitig einsetzbar.
        • Spiele fördern Medienkompetenz.
        • Man kann zu Games fächerübergreifend etwas machen.
        • Man behandelt damit sehr aktuellen Stoff.
        • Lehrkräfte sollte interessieren, was Jugendlichen gefällt.


        Kontra:

        • Gaming sollte den Jugendlichen vorbehalten sein.
        • Viele Schüler*innen zocken ohnehin schon zu viel. Man sollte dem Thema nicht noch mehr Raum geben.
        • Die „interessanten“ Spiele sind ab 16 oder 18 und dürfen in der Schule deshalb gar nicht getestet / gezeigt werden.

        Downloadbereich:

        ARBEITSBLATT_Wirkung von Gewalt in Computerspielen - Beispiel Halle    W  P

        Für Lehrkräfte sind zum vertiefenden Hintergrundwissen folgende Artikel zu empfehlen:

        Kompetenzen:

        • Diskussion
        • Reflexion eigener Erfahrung
        • eigene Position entwickeln

        Material:

        • Projektionsmöglichkeit
        • Musikvideo „The Darkness“ von Eminem
        • Arbeitsblatt

        Möglicher Ablauf und didaktische Hinweise:

        1. Zum Einstieg wird zunächst gemeinsam das Medium Musikvideo diskutiert.

        • Was ist eigentlich ein Musikvideo?
        • Wo laufen diese Musikvideos? (im TV z.B. bei MTV, YouTube)
        • Habt ihr schon mal Musikvideos gesehen, die für Kinder eher ungeeignet sein könnten? Warum? (Gewalt, Sexualität etc.)
        • Welches Genre wird in solchen Diskussionen besonders häufig erwähnt?

        In Musikvideos und besonders im Rap wird über Gewalt immer wieder diskutiert. Ein kontrovers diskutiertes Video hat Eminem 2020 veröffentlicht. Im Video zu „The Darkness“wird der Amoklauf von Las Vegas (2018) rekonstruiert.

        2. Den Schüler*innen wird das Video zunächst ohne Kontext gezeigt. Für die Schüler*innen soll im Anschluss kurz der Kontext erklärt werden.

        2018 wurden bei einem Musikfestival insgesamt 58 Menschen getötet und 851 verletzt. Der Täter schoss aus seinem Hotelzimmer in die Menge und nahm sich im Anschluss das Leben. Der Fall löste in den USA eine Diskussion zum Thema Waffengewalt & Waffenbesitz aus.

        Der Musikclip wird nun noch ein zweites Mal gezeigt (evtl. ohne Ton). Jetzt sollen die Schüler*innen das Arbeitsblatt ausfüllen.

        ARBEITSBLATT_Analyse des Musikclips Darkness von Eminem   W  P
        HANDOUT_Songtext Darkness übersetzt    P

        3. Die Schüler*innen besprechen zunächst zu zweit oder in Kleingruppen ihre Ergebnisse. Die Schüler*innen sollen sammeln, 1. bei welchen Punkten sie sich einig sind und 2. bei welchen Punkten es unterschiedliche Auffassungen gibt. Im Anschluss werden die Ergebnisse mit der ganzen Klasse besprochen.

        Eine Zusammenfassung der Diskussion im Prüfausschuss der FSF befindet sich in dieser Playlist (zweites Medienbeispiel).

        4. Falls noch Zeit ist, könnte die Diskussion zum Abschluss noch etwas geöffnet werden. Finden die Schüler*innen es gut / schlecht, wie Eminem auf das Thema Waffengewalt aufmerksam macht? Ist es legitim, wenn Künstler*innen drastische Darstellungen nutzen, um die Leute „wachzurütteln“? Möglicherweise kennen die Schüler*innen noch andere Beispiele, die gemeinsam besprochen und mit dem Eminem-Video verglichen werden können.

        Downloadbereich:

        ARBEITSBLATT_Analyse des Musikclips Darkness von Eminem   W  P
        HANDOUT_Songtext Darkness übersetzt    P

        Kompetenzen:

        • Diskutieren
        • Austausch
        • Reflexion von Altersfreigaben
        • debattieren (Pro- und Contra-Argumente finden)  

        Material:

        • Mediensammlung Filmclips via Beamer / Smartboard
        • Arbeitsblatt „Analyse von Prüfgegenständen“
        • Auflistung der verschiedenen Altersfreigaben

        Möglicher Ablauf und didaktische Hinweise:

        1. Als Einstieg werden verschiedene Altersfreigaben (z.B. FSF 18, USK 12, FSK 6) an die Wand projiziert. Die Schüler*innen sollen in einem kurzen Blitzlicht ihre Erfahrungen dazu austauschen. Warum ist ein Film, eine Serie, ein Video, ein Computerspiel ab 12, ab 16 oder sogar ab 18 Jahren freigegeben? Welche Kriterien vermuten die Schüler*innen. Dabei soll auch kurz besprochen werden, wie diese Freigaben im TV (durch die Sendezeiten), im Kino (Einlass je nach Alter/erwachsene Begleitung), beim Kauf von Games im Laden (Verkauf nur je nach Alter) oder bei Onlinemedien (Jugendschutzprogramme) praktisch reguliert bzw. kontrolliert werden. Wie funktionieren Altersbeschränkungen bei Streamingportalen im Internet (Netflix, Amazon oder YouTube)? Und wie gut funktionieren diese Freigaben in der Praxis? Zur Vertiefung des Themas bieten sich die Artikel in dem Dossier Jugendmedienschutz in Deutschland - Zwischen Bewahren und Befähigen an.

        2. Anschließend versuchen sich die Schüler*innen als Prüfer*innen. Sie schauen verschiedene Clips und geben dazu ihre Einschätzung schriftlich auf einem Arbeitsblatt ab. Jeder Clip sollte mindestens zweimal gezeigt werden.

        Hinweis: In dieser Aufgabe befindet sich das Medienbeispiel Ridiculousness, das eine FSF-Freigabe ab 18 Jahren hat. Für Klassen mit Schüler*innen unter 18 Jahren bietet es sich an, das Medienbeispiel nicht zu zeigen und das Arbeitsbaltt entsprechend anzugleichen.

        ARBEITSBLATT_Prüfung von Filmbeispielen    W  P

        3. In den letzten beiden Jahrzehnten hat sich die Medienwelt stark gewandelt. Kinos und lineares Fernsehen spielen im Zeitalter des Internets eine weniger wichtige Rolle. Online sind Altersfreigaben oftmals sehr einfach zu umgehen: „Altersfreigaben sind nicht mehr zeitgemäß“, behaupten Kritikerinnen und Kritiker.

        Wie sehen die Schüler*innen den Jugendmedienschutz in Zeiten der Medienkonvergenz? Haben der Jugendmedienschutz und klassische Regulierungsmechanismen wie bspw. Altersfreigaben in der heutigen Zeit noch ihre Berechtigung?  Die eine Hälfte der Klasse sammelt in Partner- oder Gruppenarbeit Pro-, die andere Hälfte Kontra-Argumente.

        Die Klasse diskutiert im Anschluß, ob die Argumente plausibel und stichhaltig sind. Anschließend gewichten die Schüler*innen gemeinsam die Argumente. Welche wiegen für sie besonders schwer, welche weniger?

        Folgende Aspekte könnten besprochen werden:

        Pro

        • hilfreiche Orientierung für die Eltern
        • auch eine Orientierung für die Jugendlichen und Kinder
        • nicht altersgemäße Bilder und Videos können Kinder und Jugendliche…
          • verstören
          • ängstigen
          • verunsichern oder sogar bei ihnen Traumata auslösen

        Kontra

        • Kinder werden durch ihre Smartphones heute viel früher im Umgang mit Medien geschult.
        • Entscheidungen der Prüfsiegel für Eltern subjektiv zu große Spanne zwischen 12 und 16?
        • Altersfreigaben berücksichtigen nicht die individuellen Kompetenzen.
        • Regulierung ist im Internet ohnehin unmöglich.

        4. Die Schüler*innen finden wieder in ihren Kleingruppen für jedes Argument möglichst anschauliche Beispiele oder Belege und stellen diese vor. Hier können die Schüler*innen ihre eigenen Erfahrungen einbringen.

        5. Aus den gewichteten Argumenten und den gefundenen Beispielen können sich die Schüler*innen einen individuellen Schreibplan für eine dialektische Erörterung ableiten.

        Downloadbereich:

        ARBEITSBLATT_Prüfung von Filmbeispielen    W  P

        Für Lehrkräfte sind zum vertiefenden Hintergrundwissen folgende Artikel zu empfehlen:

        Sowie der Beitrag aus dem Medienlexikon zu Medienkonvergenz.

        Kompetenzen:

        • Diskussion
        • Reflexion eigener Erfahrung
        • eigene Position entwickeln

        Material:

        • Projektionsmöglichkeit
        • Musikvideo „The Darkness“ von Eminem
        • Arbeitsblatt

        Möglicher Ablauf und didaktische Hinweise:

        1. Zum Einstieg wird zunächst gemeinsam das Medium Musikvideo diskutiert.

        • Was ist eigentlich ein Musikvideo?
        • Wo laufen diese Musikvideos? (im TV z.B. bei MTV, YouTube)
        • Habt ihr schon mal Musikvideos gesehen, die für Kinder eher ungeeignet sein könnten? Warum? (Gewalt, Sexualität etc.)
        • Welches Genre wird in solchen Diskussionen besonders häufig erwähnt?

        In Musikvideos und besonders im Rap wird über Gewalt immer wieder diskutiert. Ein kontrovers diskutiertes Video hat Eminem 2020 veröffentlicht. Im Video zu „The Darkness“wird der Amoklauf von Las Vegas (2018) rekonstruiert.

        2. Den Schüler*innen wird das Video zunächst ohne Kontext gezeigt. Für die Schüler*innen soll im Anschluss kurz der Kontext erklärt werden.

        2018 wurden bei einem Musikfestival insgesamt 58 Menschen getötet und 851 verletzt. Der Täter schoss aus seinem Hotelzimmer in die Menge und nahm sich im Anschluss das Leben. Der Fall löste in den USA eine Diskussion zum Thema Waffengewalt & Waffenbesitz aus.

        Der Musikclip wird nun noch ein zweites Mal gezeigt (evtl. ohne Ton). Jetzt sollen die Schüler*innen das Arbeitsblatt ausfüllen.

        ARBEITSBLATT_Analyse des Musikclips Darkness von Eminem   W  P
        HANDOUT_Songtext Darkness übersetzt    P

        3. Die Schüler*innen besprechen zunächst zu zweit oder in Kleingruppen ihre Ergebnisse. Die Schüler*innen sollen sammeln, 1. bei welchen Punkten sie sich einig sind und 2. bei welchen Punkten es unterschiedliche Auffassungen gibt. Im Anschluss werden die Ergebnisse mit der ganzen Klasse besprochen.

        Eine Zusammenfassung der Diskussion im Prüfausschuss der FSF befindet sich in dieser Playlist (zweites Medienbeispiel).

        4. Falls noch Zeit ist, könnte die Diskussion zum Abschluss noch etwas geöffnet werden. Finden die Schüler*innen es gut / schlecht, wie Eminem auf das Thema Waffengewalt aufmerksam macht? Ist es legitim, wenn Künstler*innen drastische Darstellungen nutzen, um die Leute „wachzurütteln“? Möglicherweise kennen die Schüler*innen noch andere Beispiele, die gemeinsam besprochen und mit dem Eminem-Video verglichen werden können.

        Downloadbereich:

        ARBEITSBLATT_Analyse des Musikclips Darkness von Eminem   W  P
        HANDOUT_Songtext Darkness übersetzt    P

        Kompetenzen:

        • Texte / Medien auswerten
        • informieren
        • präsentieren
        • differenziert urteilen
        • Perspektivübernahme
        • diskutieren

        Material:

        • Clip "Keep it real online"
        • Clip „Überall Pornos: So gehen Kinder und Jugendliche damit um | Quark
        • Text „Ohne Perso kein Porno"
        • Arbeitsblatt
        • Karteikarten

        Möglicher Ablauf und didakte Hinweise:

        1. Zu Beginn der Einheit schauen die Schüler*innen den Clip „Keep it real online“. Die Kampagne aus Neuseeland hat in kurzer Zeit weltweit viele Menschen erreicht.

        Anschließend werden die folgenden Fragen zum Clip im Klassenverband besprochen: 

        • Worum geht es?
        • Was passiert in dem Clip?
        • Auf welche Problematik will die Kampagne aufmerksam machen?
        • An wen richtet sie sich?
        • Wie sinnvoll sind solche Initiativen?

        2. Die Diskussion, ob Altersfreigaben für Pornoseiten strenger und effektiver sein müssten, kocht in regelmäßigen Abständen immer wieder hoch. Die Schüler*innen bearbeiten dazu das Arbeitsblatt zum aktuellen Text „Ohne Perso kein Porno“ von netzpolitik.org e.V.. Im Anschluss werden die Ergebnisse verglichen.

        ARBEITSBLATT_Ohne Perso kein Porno    W  P

        3. Nach der Perspektive des Jugendschutzes soll nun auch die Perspektive der Jugendlichen in den Fokus rücken. Dazu wird zunächst der Clip „Überall Pornos: So gehen Kinder und Jugendliche damit um | Quarks“ gezeigt. Die Schüler*innen sollen sich im Anschluss zunächst auf die Frage der Wirkung konzentrieren.  

        Gemeinsam wird nun die Frage der Wirkung von Pornografie diskutiert. Je nach Klassenatmosphäre (oder ohne Lehrkraft / zu zweit) können auch eigene Erfahrungen mit Pornografie geteilt werden. 

        Im Video wird die Frage gestellt, ob Pornos zur sexuellen Verwahrlosung führen. Wie sehen sie das?

        4. An die Videos, Texte und Diskussion anknüpfend, sollen die Schüler*innen die Frage diskutieren, ob man Jugendliche vor Pornografie schützen sollte. Dafür wird die Klasse in zwei Gruppen aufgeteilt. Gruppe A sammelt Pro-Argumente sowie Beispiele und Teil 2 sammelt Kontra-Argumente. Die Argumente werden auf Karteikarten geschrieben und anschließend gemeinsam in der Klasse ergänzt.  

        Sollte man Jugendliche vor Pornografie schützen?

        Pro

        • Pornos könnten besonders jüngere Zuschauer*innen verunsichern, verstören.
        • Jugendliche haben keine Gelegenheit, eine „eigene Sexualität“ zu entfalten.
        • Pornos sind oftmals frauenfeindlich, reproduzieren überholte Geschlechterrollen. Das kann jugendliche Zuschauer*innen in ihrer Wahrnehmung beeinflussen. 
        • Geltende Gesetze müssen durchgesetzt werden.

        Kontra

        • Pornos sind auch ein Weg, die eigene Sexualität zu entdecken / Neues auszuprobieren.
        • Überholte Geschlechterrollen sind als mediale Inszenierung durchschaubar. Das hat keine Auswirkung auf die eigene Lebensrealität.
        • Verbote sind sinnlos, weil es immer Wege geben wird, die Pornos anzuschauen (z.B. VPN-Client).
        • Statt Verboten sollte die Mühe und das Geld lieber in Prävention gesteckt werden.

        5. Die Schüler*innen spielen eine Podiumsdiskussion im Rahmen einer Talkshow durch. Dort sitzt auf der einen Seite (Gruppe A) eine eher konservative/r Jugendschutzvertreter*in sowie eine besorgte Mutter / ein besorgter Vater oder ein/e kritische/r Schüler*in und auf der anderen Seite (Gruppe B) ein/e liberale/r Vertreter*in der Jugend, ein/e liberale/r Kulturwissenschaftler*in oder ein/e engagiert/r Sexualpädagog*in. Die Lehrkraft moderiert oder wählt eine/n neutrale/n Moderator*in aus. Gegebenenfalls erhält die Klasse nochmals Zeit, um sich auf die Rollen vorzubereiten. Die übrigen Schüler*innen bilden das Publikum, das im Anschluss diskutiert, welche Seite überzeugender war.

        Hinweise:
        Das Publikum sollte zusätzlich aktiviert werden, indem es Rezeptionsanweisungen erhält (siehe Beobachtungsbogen). 

        ARBEITSBLATT_ Beobachtungsbogen    W  P

        Für eine optimale Reflexion könnte die Talkshow gefilmt und im Anschluss gemeinsam ausgewertet werden.

        Dowloadbereich:

        ARBEITSBLATT_Ohne Perso kein Porno    W  P
        ARBEITSBLATT_ Beobachtungsbogen    W  P

        Für Lehrkräfte sind zum vertiefenden Hintergrundwissen zu empfehlen:

        Das multimedial Lernangebot Faszination Medien (FaMe)

        Autorin

        Jana Höllmüller absolvierte ein Studium des Lehramts für Gymnasien an der Julius-Maximilians-Universität in Würzburg (2. Staatsexamen) und des Erweiterungsfachs Medienpädagogik an der LMU München. Sie arbeitete als Lehrkraft in Berufsintegrationsklassen an der Berufsschule in Mühldorf am Inn. Seit Juli 2017 ist sie medienpädagogische Referentin am JFF – Institut für Medienpädagogik.

        [Bild: privat]
        Autor*in

        Lennart Hesse-Sörnsen ist Medienwissenschaftler, arbeitet als freier Medienpädagoge und ist Experte für Cybermobbing. Er gibt Workshops für Schüler:innen zu Datenschutz & Fake News und arbeitet im Projektmanagement bei JUUUPORT, einer Beratungsplattform für junge Menschen bei Problemen im Netz. Seit Anfang 2020 ist er Prüfer bei der Freiwilligen Selbstkontrolle Fernsehen.

        [Bild: privat]