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Make me famous

Über Selbstdarstellung & Anerkennung in sozialen Netzwerken

Jenny F. Schneider

Medienradar, 10/2020

Seit dem Aufkommen der sozialen Netzwerke posten Internetnutzer*innen zunehmend über sich und ihr Privatleben. Waren dies in den 2000er-Jahren noch eher amateurhafte Bilder aus dem Alltag (Essen, Ausflügen, Freunde), versuchen vor allem Jüngere sich heutzutage in sozialen Netzwerken immer gezielter in Szene zu setzen. Im Kampf um Likes, Follower*innen und letztlich Anerkennung hat die Selbstdarstellung eine völlig neue Dimension angenommen. So wünschen sich viele Kinder und Jugendliche, selber zum*zur erfolgreichen YouTuber*in, Influencer*in oder TikToker*in zu werden – Hauptsache berühmt. Doch was steckt hinter dem Wunsch, berühmt zu werden? Welche Folgen sind mit der Selbstinszenierung verbunden und wie reagieren andere Nutzer*innen darauf?

Der Traum vom Berühmtwerden

Viele Kinder und Jugendliche träumen davon, berühmt zu werden – ob nun als Schauspieler*in, Sänger*in, Model, YouTuber*in oder Influencer*in auf TikTok oder Instagram. Sie verbinden damit oftmals viel Geld und Luxus, soziale Anerkennung sowie eine berufliche Zukunft, die Spaß verspricht.

Dank verschiedener Castingformate scheint der Schritt zum Berühmtwerden seit den 2000er-Jahren immer leichter: erfolgreiche Castingshows wie Deutschland sucht den Superstar (seit 2002), Germany’s Next Topmodel (seit 2006) oder Das Supertalent (seit 2007) suggerieren den Menschen, dass praktisch jede*r zum Star werden kann, wenn er*sie nur das entsprechende Talent mitbringt – und mutig genug ist, sich der kritischen Jury zu stellen. Die meisten Castingshows setzen für die Teilnahme jedoch ein Mindestalter von 16 Jahren voraus und schließen Jüngere daher aus. Und wer teilnehmen darf, muss erst die Jury – also Erwachsene – von sich überzeugen, um überhaupt ins Licht der Öffentlichkeit zu rücken. Ein Ruhm von Dauer ist dennoch nicht garantiert, viele ehemalige Teilnehmer*innen und selbst Gewinner*innen der vergangenen Jahre sind heute wieder nahezu unbekannt. Nur sehr wenige haben es geschafft, für längere Zeit oder gar dauerhaft bekannt zu bleiben und ihren Traum zum Beruf zu machen.

Nur in Ausnahmefällen sind selbst von der Jury abgelehnte Teilnehmer*innen einer größeren Öffentlichkeit bekannt geworden, so zum Beispiel Menderes Bagci, der über mehrere Jahre hartnäckig bei DSDS teilnahm und sich aufgrund seiner bizarren Auftritte und Dieter Bohlens niederschmetternder Kommentare zum Publikumsliebling entwickelt hat und heute vor allem als Unterhaltungskünstler tätig ist. Doch selbst bei Menderes bleibt für die Zuschauer*innen unklar, inwiefern er sich tatsächlich selbst inszeniert hat oder aber vom Fernsehsender bzw. den Macher*innen hinter der Castingshow durch entsprechenden Schnitt in Szene gesetzt wurde. 

Sein Schicksal selbst in die Hand nehmen

Dank des Mitmach-Internets und des Aufkommens von sozialen Netzwerken und Videoplattformen ist es mittlerweile praktisch jedem möglich, sein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen – Anbieter*innen wie die Videoplattform YouTube, die Foto- und Videoplattform Instagram oder das appbasierte Videoportal TikTok ermöglichen es den Nutzer*innen, in die Öffentlichkeit zu treten und einem Millionenpublikum zu zeigen, was sie können – und zwar unabhängig von einer Jury, die über ein Weiterkommen entscheidet. 

Seitdem setzen vor allem Jüngere ihren Wunsch nach dem Berühmtwerden spontan in die Tat um. Insbesondere auf TikTok lässt sich seit einiger Zeit vermehrt ein Trend beobachten, der diesen Wunsch verdeutlicht. So veröffentlichen Nutzer*innen mit Beschreibungen wie „Posting videos of my sister dancing every day until I’m famous“ oder unter Hashtags wie #makemefamous oder #makeherfamous kurze Videoclips mit dem Ziel, dafür möglichst viele Likes zu bekommen und eine breite Öffentlichkeit zu erreichen. 

Der Wunsch nach Anerkennung

Hinter dem Wunsch, berühmt zu sein, steckt oftmals ein Wunsch nach Bestätigung oder einfach nach einer positiven Rückmeldung für das, was wir tun – kurz: nach Anerkennung. Soziale Anerkennung ist für den Menschen ein Grundbedürfnis, ohne das er nicht existieren könnte. Kein Wunder: wird der Mensch wahrgenommen und bekommt soziale Anerkennung (zum Beispiel durch Likes, Daumen hoch, Follower*innen etc.), schüttet das Gehirn den Botenstoff Dopamin aus – auch bekannt als Glückshormon. Das funktioniert wie ein Belohnungssystem: Eine erbrachte Leistung führt zu einem angenehmen Glücksgefühl, gleichzeitig wird das Motivationssystem im Gehirn aktiviert. Dies ist durchaus von der Natur so gewollt, denn Dopamin verhilft dem Menschen dazu, motiviert zu bleiben und nicht aufzugeben. Gleichzeitig liegt genau darin die Gefahr: Da das Glücksgefühl nur von kurzer Dauer ist, strebt das Gehirn nach Nachschub – so kann unter Umständen sogar eine Sucht nach sozialer Anerkennung entstehen.

Doch das „Belohnungssystem“ auf Plattformen wie YouTube, TikTok, Instagram & Co. hat einen Haken: soziale Anerkennung ist rar, muss sich hart erkämpft werden und scheint trotz aller Bemühungen sehr willkürlich zu sein. Nicht etwa das reine Talent oder die kreative Leistung der Nutzer*innen entscheidet darüber, ob jemand positive Rückmeldungen bekommt, sondern viele weitere Faktoren spielen eine Rolle: die bisherige Anzahl der Follower*innen, aktuelle Themen und Trends, die Laune der anderen Nutzer*innen, der Algorithmus des*der Anbieters*Anbieterin usw. Ein*e Nutzer*in kann für ein Bild auf Instagram viele Likes erhalten, ein*e andere*r für nahezu das gleiche Bildmotiv Kritik ernten. Warum die Reaktionen so unterschiedlich sind, lässt sich nicht immer nachvollziehen. Oft ist schon entscheidend, wie die ersten Nutzer*innen auf den Post reagiert haben, da (vor allem jüngere) Menschen dazu neigen, dem Strom zu folgen.

Hinzu kommt, dass sich viele Nutzer*innen im Internet anonym fühlen und das in Deutschland geltende Grundrecht auf Meinungsfreiheit oft falsch interpretieren. So tauchen insbesondere auf sozialen Netzwerken immer wieder Beleidigungen, Kraftausdrücke, persönliche Angriffe, Drohungen und falsche Tatsachenbehauptungen auf, die fälschlicherweise unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit verpackt werden. Nicht selten ernten daher selbst die jüngsten Nutzer*innen für ihre Videos oder Fotoposts statt sozialer Anerkennung eher Kritik, Hohn und Spott bis hin zu Beleidigungen, Drohungen und Hasskommentare. Dies ist besonders problematisch vor dem Hintergrund, dass Menschen ihren Selbstwert häufig aus der Bestätigung anderer ziehen und vor allem Kinder und Jugendliche sich in einer Entwicklungsphase befinden, in der ihr Selbstwert noch sehr sensibel ist.

Selbstdarstellung = Selbstzerstörung?

Doch selbst diejenigen Nutzer*innen, die sich über Anerkennung, Likes und wachsende Follower*innenzahlen freuen dürfen, sind deswegen noch lange nicht „reich und berühmt“. Nur ein Bruchteil der Nutzer*innen schafft es zum*zur Influencer*in und kann sich ggf. über ein paar Werbeeinnahmen oder sogar gewinnbringende Kooperationsverträge mit Firmen freuen. Weniger als ein Prozent der YouTuber*innen, die ihre Videos kommerzialisieren, können damit ihren Lebensunterhalt bestreiten. „Reich“ sind sie trotzdem nicht.

Wer erfolgreich bleiben will, muss auf sozialen Netzwerken wie Instagram oder TikTok ständig neuen Inhalt bieten, immer präsent und reaktiv sein und den Kontakt zu seinen Fans und Follower*innen pflegen – am besten rund um die Uhr. Denn genau das ist es, was diese Plattformen ausmacht: die ständige Präsenz. Viele Influencer*innen haben im Vorfeld nicht erahnt, mit welchem Druck ein Influencer*innen-Dasein verbunden sein würde. Daneben müssen sie negative und Hasskommentare aushalten, teils sogar Anzeigen gegen Beleidigungen, Belästigungen, Drohungen & Co erstatten. Nicht selten funktionieren Influencer*innen irgendwann nur noch und haben an ihrem Account nicht mehr den gleichen Spaß, mit dem sie zu Beginn gestartet sind.

Schlachtfeld Internet

Warum aber sind Nutzer*innen im Internet diesem virtuellen Schlachtfeld ausgesetzt, wo moralische Grenzen nicht zu existieren scheinen? Wieso müssen Menschen online scheinbar so viel mehr ertragen und „aushalten“ als in der realen Welt? Auf offener Straße wird man schließlich nicht annähernd so häufig verbal angegriffen, obwohl man dort ebenfalls auf fremde Menschen trifft. 

Tatsächlich wird das Internet von vielen Nutzer*innen wie ein rechtsfreier Raum behandelt. Sich beim Surfen hinter seinem Bildschirm „verstecken“ zu können, erweckt den Anschein, man wäre anonym im Internet bzw. könne seine Identität verschleiern. Mögliche Konsequenzen für strafbares Verhalten sind nicht unmittelbar zu spüren, weshalb sich Nutzer*innen fälschlicherweise in Sicherheit wiegen. Doch auch ohne strafbare Äußerungen sind viele Menschen im Internet häufig gemeiner, (ver)urteilen schneller und machen sich wenig Gedanken über die Gefühle anderer. In der virtuellen Welt fällt es dem Menschen deutlich einfacher, verschiedene Facetten seiner Identität auszuprobieren, die möglicherweise nicht einmal seinem „eigentlichen“ Charakter entsprechen.  

Identitätsarbeit im virtuellen Raum

Jeder Mensch entwickelt im Laufe seines Lebens seine Identität, wobei diese „Identitätsarbeit“ nie als abgeschlossen gilt, sondern im Sinne des Soziologen E. Goffman eher als alltägliches Prozessgeschehen betrachtet wird. Der Mensch muss immer wieder aufs Neue eine Balance zwischen diskrepanten Erwartungen, den Anforderungen der anderen und den eigenen inneren Bedürfnissen herstellen. Gleichzeitig ist er darum bemüht, von seinen Mitmenschen Anerkennung für seine Identität zu bekommen, denn eine Nichtakzeptanz der eigenen Identität von Außen führt dazu, nicht mehr verstanden zu werden, sich weniger an Interaktionen beteiligen zu können und sich im schlimmsten Fall infolgedessen zu isolieren. 

Durch die Teilnahme an Interaktionssituationen entwickelt der Mensch seine Identität weiter. Seine bisherigen Erfahrungen, seine Haltung und seine Erwartungen betimmen mit, wie er in Interaktionen auftritt und sich verhält. Aber auch der*die Interaktionspartner*in beeinflusst sein Verhalten. Je nachdem, wer der*die andere Interaktionspartner*in ist und ob man diese*n bereits kennt oder nicht, handelt man verschieden. Ein Mensch nimmt daher niemals ein und dieselbe Rolle ein, sondern sein Rollenhandeln variiert je nach Interaktionssituation und -partner*in. Jedoch rufen bekannte Interaktionspartner*innen (z. B. Familie) beim Menschen eher ein ähnliches Rollenhandeln hervor, da man die Erwartungen des*der anderen besser abschätzen kann und die Interaktion bereits auf mehreren gemeinsamen Erfahrungen beruht. Da der Mensch mit einem bestimmten Bedürfnis an eine Interaktionssituation herantritt, kann diese für ihn dann befriedigend verlaufen oder auch nicht – im besten Fall haben alle Interaktionsteilnehmer*innen einen Kompromiss gefunden. 

In der Interaktion mit einem fremden Menschen ist man dahingegen freier in der Entscheidung, wie man auftritt und sich verhält – der Ausgang der Interaktion ist infolgedessen auch ungewisser. So bieten solche Interaktionssituationen die Möglichkeit, andere oder neue Verhaltensweisen im Rahmen der eigenen Identitätsarbeit „auszutesten“ und zu erkunden, ob andere Verhaltensweisen vielleicht eher zur eigenen Bedürfnisbefriedigung führen bzw. welches Bild man von sich selbst nach außen hin geben möchte und wie dieses bei anderen ankommt. Schlussendlich nimmt der Mensch aus jeder Interaktion wieder eine neue Erfahrung mit, wägt diese ab und seine Identität entwickelt sich weiter.

In diesem Zusammenhang bietet sich das Internet als virtueller Raum hervorragend dafür an, verschiedene Facetten seiner Identität auszuprobieren und zu testen, welche Verhaltensweisen zu welchen Reaktionen führen. Da man die anderen Nutzer*innen ebenso wenig kennt, sind auch keine negativen Folgen zu erwarten. Alle Interaktionsteilnehmer*innen treten zwar mit einer eigenen Erwartungshaltung in eine Interaktion, sie haben aber miteinander noch keine Vorerfahrungen gesammelt. Und bei Nichtgefallen der Reaktion auf einen selbst besteht immer die Möglichkeit, einfach wieder zu verschwinden, beispielsweise den Inhalt oder gar seinen Account im sozialen Netzwerk zu löschen. Man ist ja anonym.

Jüngere müssen sensibilisiert werden

Kinder und Jugendliche haben daher durch Plattformen wie TikTok, Instagram oder YouTube die Möglichkeit, verschiedene Facetten ihrer selbst auszutesten und durch unterschiedliches Handeln auszuprobieren, welches Verhalten zu positiven bzw. negativen Reaktionen anderer Nutzer*innen führt. Sich vor Fremden mittels Fotos oder Videoclips auszuprobieren und Handlungsstrategien zu ergründen, um die Anerkennung anderer zu bekommen, scheint in diesem Zusammenhang ein nachvollziehbarer Weg – insbesondere, da Kinder und Jugendliche sich hinsichtlich ihrer Identität ohnehin noch in einer starken Orientierungsphase befinden. Doch gerade Jüngere können Reaktionen auf ihre Onlinepräsenz noch nicht gut abschätzen, geschweige denn gefestigt mit negativen Rückmeldungen umgehen – schon gar nicht in der Masse, wie diese bei Social Media häufig auftreten. Statt der gewünschten Anerkennung erfahren Kinder und Jugendliche durch negative Kritik, Beleidigungen und abwertende Kommentare ein Gefühl der Ablehnung. Dies kann insbesondere im Jugendalter schwere emotionale Folgen nach sich ziehen, für die Jüngere einfach noch nicht ausreichend gewappnet sind. Viele Internetnutzer*innen ignorieren dies beim Kommentieren von Videos oder Bildern – bewusst oder unbewusst, denn man ist ja anonym im Internet.

Daher ist es Aufgabe der Erziehenden als auch der Bildungseinrichtungen, Kinder und Jugendliche darin zu begleiten, sich der Reichweite ihrer Onlinepräsenzen bewusst zu werden und sie zu ermutigen, sich zunächst in geschützeren, kleineren Rahmen auszuprobieren. Die Privatsphäre-Einstellungen in den sozialen Netzwerken erlauben es den Nutzer*innen, ihre geposteten Inhalte nicht mit aller Welt, sondern nur mit eingegrenzten Personengruppen zu teilen. Darüber hinaus muss bei jungen Nutzer*innen ein Bewusstsein dafür geschaffen werden, warum Menschen unter dem Deckmantel der Anonymität im Internet oftmals deutlich gemeiner und ungehemmter agieren als in der realen Welt.

1. Zeug, Katrin: Süchtig nach Anerkennung, in: ZEIT ONLINE, veröffentlicht am 11.06.2013, https://www.zeit.de/zeit-wissen/2013/04/psychologie-soziale-anerkennung (abgerufen am 27.10.2020).

2. Bauer, Moritz: Die Sucht nach Anerkennung und wie du davon loskommst, in: Selbstbewusstsein stärken, https://www.selbstbewusstsein-staerken.net/die-sucht-nach-anerkennung/ (abgerufen am 27.10.2020).

3. Dopamin – Instagram, Erklärfilm von Léo Favier, in: ARTE, 2019, www.arte.tv/de/videos/085801-004-A/dopamin-4-8/ (abgerufen am 27.10.2020).

4. So wirkt das Glückshormon Dopamin, Artikel in: FOCUS Online vom 24.01.2018, www.focus.de/wissen/praxistipps/dopamin-so-wirkt-das-glueckshormon_id_7541242.html (abgerufen am 27.10.2020).

5. Lexikon Soziologie und Sozialtheorie: Hundert Grundbegriffe, Philipp Reclam jun. GmbH & Co., Stuttgart 2008, S. 107 ff.

6. Krappmann, L.: Soziologische Dimensionen der Identität: strukturelle Bedingungen für die Teilnahme an Interaktionsprozessen, 8. Auflage, Klett-Cotta, Stuttgart 1993, S. 7 ff.

Autorin

Jenny F. Schneider studierte an der Universität Leipzig Theaterwissenschaft, Psychologie und Journalistik mit dem Schwerpunkt Medienpädagogik. Seit 2012 arbeitet sie als freiberufliche Medienpädagogin und leitet medienpädagogische Workshops, Projekte und Fortbildungen im schulischen und außerschulischen Bereich. Im gleichen Jahr begann ihre Zusammenarbeit mit der Freiwilligen Selbstkontrolle Fernsehen (FSF), wo sie u. a. bei der Studie Scripted Reality auf dem Prüfstand sowie der Aktualisierung des Projekts Faszination Medien mitwirkte. Seit 2017 gehört sie zum festen Team der Medienpädagogik der FSF.

[Bild: privat]
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