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Fake News und Propaganda in Krisenzeiten

Wie schaffen wir mehr Unabhängigkeit im internationalen Journalismus?

Joachim von Gottberg

In: tv diskurs online vom 10.03.2022

In Kriegs- und Krisenzeiten ist die mediale Berichterstattung von größter Bedeutung. Über sie wird die Bevölkerung informiert und zu einem bestimmten Verhalten motiviert. Im Kriegsfall nutzen Regierungen die Medien, um nicht nur die eigene Bevölkerung, sondern die ganze Welt vom eigenen Standpunkt für oder gegen den Krieg zu überzeugen. Dabei kommt es vor, dass Medienanbieter von Regierungen gezwungen werden, einseitig deren Position zu verbreiten, auch wenn diese auf Lügen beruht. Wie weit kann man also den Medien glauben? Welche Überlegungen gibt es, um die Berichterstattung unabhängiger von staatlichen oder wirtschaftlichen Einflüssen zu machen?

„Das erste Opfer des Krieges ist die Wahrheit“, soll der US-amerikanische Politiker Hiram Warren Johnson 1914 über den Ausbruch des Ersten Weltkrieges gesagt haben (Wikipedia 2022). Möglicherweise ist diese Zuschreibung selbst eine Lüge, aber selten wurden seit dem Zweiten Weltkrieg Fakten derart verdreht, wie das gegenwärtig in Russland der Fall ist. Dabei geht es um Machtausübung, um Unterdrückung, um die Rechtfertigung eines Krieges und um das Töten von Menschen mit Begründungen, Vorwürfen und Behauptungen, die, soweit wir das überprüfen können, nicht stimmen – die tatsächlichen Motive entziehen sich inzwischen jeder Rationalität.

Die russischen Medien sind streng zensiert, Demonstrationen gegen den Krieg sind in Russland verboten, zwischen dem 24. und 28. Februar 2022 sind laut Amnesty International fast 6.000 Menschen wegen des Verstoßes gegen das Demonstrationsverbot verhaftet worden (tagesschau 2022). Die wenigen Medien, die noch nicht unter der Kontrolle des Kremls sind, haben vom Staat die Vorgabe, den Krieg als „militärische Spezialoperation“ zu bezeichnen und dürfen Begriffe wie „Krieg“ oder „Invasion“ nicht verwenden. Der letzte unabhängige Sender, der Internetsender TV Doschd, wurde am 3. März 2022 verboten, sein Chefredakteur Tichon Dsjadko musste fliehen: „Als letzte unabhängige TV-Station widersetzte sich TV Doschd bis zuletzt den Vorgaben der russischen Medienaufsichtsbehörde Roskomnadzor und berichtete – ganz zum Missfallen von Kremlchef Wladimir Putin –, was wirklich in der Ukraine passierte: eine Invasion durch das russische Militär. Doch damit ist jetzt Schluss, zumindest auf dem Gebiet der Russischen Föderation: Am Montag wies die Generalstaatsanwaltschaft die Medienaufsicht an, den Sender zu blockieren und die Webseite abzuschalten. Das gleiche Schicksal ereilte den liberalen Radiosender »Echo Moskau«, dessen Sender gesperrt wurde. Die Staatsanwaltschaft wirft den beiden Sendern »Fake News« sowie »Aufrufe zum Extremismus und Gewalt« vor“ (Seidenfaden 2022).

Am 5. März 2022 hat Putin ein Gesetz unterschrieben, das praktisch jeden freien Journalismus in oder aus Russland unmöglich macht. Wer sogenannte Fake News verbreitet, sich also nicht der Sprachregelung oder der offiziellen Darstellung des Kremls bedient, kann mit bis zu 15 Jahren Gefängnis bestraft werden, und das gilt auch für die Berichterstattung im Ausland. Die Folge: Fast alle westlichen Medien haben die Berichterstattung aus Russland eingestellt, lediglich ein Journalist von ntv ist bisher noch vor Ort (Munz 2022).

Allerdings wurden auch die russischen Staatssender RT Deutschland und Sputnik zunächst in Deutschland, kurz danach in der EU verboten, Facebook und TikTok beschränkten den Zugang (SZ/dpa/KNA/SZ 2022). Das führte fast reflexartig zu einem Verbot zum Beispiel der Deutschen Welle und des Deutschlandradios in Russland. Unzweifelhaft wurde von den beiden russischen Sendern Staatspropaganda betrieben, ob ein solches Verbot gerade in der gegenwärtigen Situation sinnvoll und angemessen war, ist unter Journalisten umstritten. „Wer »Russia Today« und »Sputnik« verbietet, wird künftig ein Glaubwürdigkeitsproblem bekommen, die Unterdrückung der Presse- und Meinungsfreiheit in, zum Beispiel, Russland zu kritisieren. Dass die Strafmaßnahme die Verbreitungswege (Kabel, Satellit oder Internet) betreffen und die Mitarbeiter nicht an ihrer Tätigkeit gehindert werden sollen, ist zwar ein erheblicher Unterschied zum Alltag in Ländern wie Russland, wird in der öffentlichen Diskussion aber untergehen“ (Yücel 2022).

In Russland vermittelten allein die sozialen Netzwerke – sonst oft selbst der Verbreitung von Fake News verdächtigt – einen einigermaßen realistischen Eindruck vom Krieg in der Ukraine. Zunächst hat Putin den Zugang zu Facebook und Twitter zu erschweren versucht (Brennpunkt, ARD vom 02.03.2022), am 4. März wurden sie ganz abgeschaltet (Tagesspiegel 2022).

Die Kontrolle über die Medien bestimmt, welche Informationen die Menschen erhalten und welches Bild sie sich von der Lage konstruieren können – vorausgesetzt, alle Zugänge können blockiert werden. Mit seiner fast absoluten Kontrolle über die Medien kommt Putin schon sehr stark in die Nähe der Gleichschaltung der Medien während der Zeit des Nationalsozialismus – nur dass es damals kein Internet gab. Putin selbst spricht vom Genozid der Russen in der Ostukraine und behauptet, die ukrainische Regierung bestehe aus „drogensüchtigen Neonazis […], die das ukrainische Volk als Geiseln genommen hätten“ (Rötzer 2022). Und diese wolle er vertreiben. Wenn man in Russland keine gegenteiligen Informationen erhält, glaubt man vielleicht dem Präsidenten.

Der Krieg, die Lüge und die Medien

Gelogen wurde für Kriegsbegründungen schon immer. Der Überfall auf Polen, mit dem der Zweite Weltkrieg am 1. September 1939 begann, wurde von Hitler mit der Lüge begründet, der Sender Gleiwitz in Schlesien sei von Polen überfallen worden. Sein Satz: „Seit 5:45 Uhr wird jetzt zurückgeschossen!“ (SWR2 2021) ist in die Geschichte eingegangen.

In Demokratien ist die Bevölkerung normalerweise gegen einen Krieg, weil er für alle Seiten Sterben und Zerstörung bringt. Um einen Krieg in der Bevölkerung durchzusetzen, braucht man die Medien, die die Angst vermitteln können, der Gegner würde Gräueltaten verüben, wenn man ihn nicht militärisch stoppte. „Wie alle landesweiten politischen Diskurse können auch Rechtfertigungsdiskurse über den Krieg nur durch die Vermittlung der Medien geführt werden. In ihnen wird sich die Befürwortung militärischer Interventionen jenseits der Selbst- und Bündnisverteidigung nur dann durchsetzen lassen, wenn ihren Argumenten durch die Medien starkes Gewicht verliehen wird“ (Müller 2003, S. 22).

Den Krieg gegen den Irak begründete der damalige US-Außenminister Colin Powell 2003 mit angeblichen Beweisen dafür, dass der irakische Diktator Saddam Hussein Massenvernichtungsmittel produziere und damit eine erhebliche Kriegsgefahr für die ganze Welt darstelle. Seine Präsentation vor dem UN-Sicherheitsrat war allerdings ein Fake, Powell hatte gelogen, es gab keine Massenvernichtungsmittel, wie er später selbst zugeben musste (dpa 2013).

Die Presse in den USA verhielt sich in dieser Krisensituation staatstragend und zweifelte nicht offen daran, dass ihr Außenminister die Wahrheit sagte. Die europäische Presse, vor allem die Deutschlands und Frankreichs, bewertete die angeblichen Beweise Powells dagegen kritisch und äußerte erhebliche Zweifel. Der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder, heute selbst wegen seiner Nähe zu Putin in der Kritik, glaubte Powells Darstellung ebenfalls nicht und verweigerte die Beteiligung am Krieg.

Die Interaktion zwischen Medien und Rezipienten

Doch nicht nur Politiker und Medien manipulieren die Wahrheit: Die Nutzer werfen zuweilen den Medien Lügen vor, obwohl sie wahrheitsgemäß berichten. Während der Flüchtlingssituation 2015 haben die Medien versucht, die Datenlage so gut es ging zu erfassen und die für sie daraus resultierende Sicht medial zu präsentieren. Hilfsbereitschaft und Empathie mit den Geflüchteten führte zu einer eher positiven Darstellung der Lage. Mehrheitlich wurde die Position der Bundesregierung – „Wir schaffen das!“ – unterstützt. War das eine absichtliche Manipulation und Falschdarstellung? Bald kam es zu massiven Vorwürfen von Nutzern, die den Medien obrigkeitsgesteuerte, interessenorientierte und manipulierte Berichterstattung vorwarfen. Sie fühlten Angst um ihre Sicherheit, ihre Arbeitsplätze oder ihre Kultur und fanden diese Befürchtungen in den Medien nicht genügend berücksichtigt. Der Begriff „Lügenpresse“, der eigentlich von Martin Luther stammt, wurde wiedergeboren.

Nicht nur Journalisten selektieren Informationen, sondern auch die Rezipienten: Wenn eine Botschaft oder eine Information nicht in das eigene Weltbild passen, wird der Informant dafür verantwortlich gemacht und als Lügner hingestellt. Wir ändern ungern unsere Meinung und können mit den Widersprüchen zur medialen Positionierung schlecht leben. Deshalb interpretieren Nutzer die Botschaft um oder bezweifeln die Seriosität der Informanten.

Schon immer gab es einen vermuteten Zusammenhang zwischen der politischen Orientierung eines Journalisten und seinem Arbeitgeber. Manche Verlage sind eher konservativ orientiert, und entsprechend hält man sich dort mit Kritik gegenüber dem Kapitalismus oder einer konservativen Regierung zurück – und erwartet das auch von den angestellten Journalisten. Das gleiche gilt für Verlage, die eher sozial- oder linksorientierten Parteien nahestehen. Der Nutzer selektiert die Medieninformationen nach seiner Grundposition – ist er konservativ, wird er wahrscheinlich eher „Die Welt“ als die „taz“ abonnieren. Heute würden wir das Filterblase nennen.

Spekulationen über interessengeleitete Meinungsmache sind nicht neu. Ende der 1970er-Jahre beschwerten sich Konservative über den öffentlich-rechtlichen Rundfunk: Innerhalb der ARD-Anstalten entstand der Vorwurf, der Westdeutsche Rundfunk, Radio Bremen und der Norddeutsche Rundfunk seien weitgehend SPD-orientiert und würden dementsprechend die Positionen und Politiker dieser Parteien bevorzugen – damals hieß das nicht „Lügenpresse“, sondern „Rotfunk“ (vgl. Schmid 2001).

Nach der Theorie der „Kognitiven Dissonanz“ ist es ein bekanntes Prinzip, Meinungen und Informationen, die der eigenen Position widersprechen, nicht wohlwollend und unvoreingenommen zu prüfen, sondern umzudeuten, unglaubwürdig zu machen oder die Autoren zu verdächtigen, unredlich zu sein, um die eigene bereits bestehende Position nicht aufgeben zu müssen (vgl. Festinger 1957).

Fake-Wahrnehmung: Vermeiden von Widersprüchen

Ob der Nutzer mediale Darstellungen für glaubwürdig hält, hängt also nicht nur vom Sender ab, sondern auch vom Empfänger. Es gibt also nicht nur Fake News, sondern auch Fake-Wahrnehmung: Je mehr die Botschaft zur eigenen Einstellung passt, desto höher wird die Glaubwürdigkeit eingeschätzt, je stärker sie der eigenen Position widerspricht, desto unglaubwürdiger wird der Informant wahrgenommen.

Konkret sieht die kognitive Dissonanz folgendermaßen aus:

„Kognitionen sind Erkenntnisse des Individuums über die Realität. Einzelne Kognitionen können in einer Beziehung zueinander stehen. Kognitive Dissonanz entsteht, wenn zwei zugleich bei einer Person bestehende Kognitionen einander widersprechen oder ausschließen. Das Erleben dieser Dissonanz führt zum Bestreben der Person, diesen Spannungszustand aufzuheben, indem eine Umgebung aufgesucht wird, in der sich die Dissonanz verringert oder selektiv Informationen gesucht werden, die die Dissonanz aufheben“ (Maier/Kirchgeorg 2018). Wenn ein starker Raucher von Untersuchungen hört, die Rauchern ein höheres Krebsrisiko attestieren, so findet er das als dissonant gegenüber seinen Gewohnheiten. Er hat drei Möglichkeiten, um die Dissonanz zu überwinden: „(1) Vermeidung von kognitiver Dissonanz durch Nichtwahrnehmung oder Leugnen von Informationen; (2) Änderung von Einstellungen oder Verhalten (Verzicht auf das Rauchen, Abwerten der Glaubwürdigkeit medizinischer Forschungsergebnisse); (3) selektive Beschaffung und Interpretation dissonanzreduzierender Informationen (z. B. ein starker Raucher wurde 96 Jahre alt)“ (ebd.).

Dieses Phänomen würde eine Verbesserung der Rezeptionskompetenz in der schulischen und außerschulischen Bildung vielleicht reduzieren, ob eine rational vermittelte Kompetenz aber gegen emotionale und psychisch verankerte Konstanten Bestand hat, ist zumindest kurzfristig unwahrscheinlich. Die Wahrnehmung hat aber Einfluss auf die Medien: Im Falle der Berichterstattung über Flüchtlinge hat die Erwartungshaltung mancher Rezipienten bewirkt, dass ab einem bestimmten Zeitpunkt die Kritik an der Flüchtlingspolitik lauter wurde. Die Rezipienten haben eben auch durch ihre Nutzung oder den Kauf bestimmter Medien einen Einfluss auf die Richtung der Berichterstattung.

Im Falle der Berichterstattung über den Krieg in der Ukraine scheint allerdings das Verhalten Putins so eindeutig zu sein, dass die Rezipienten offenbar ihre Einstellung komplett geändert haben. Es scheint, dass die Beharrlichkeit von Einstellungen je nach Intensität des informativen Widerspruchs einbricht. Die Bereitschaft, nach dem Einmarsch der Russen Waffen an die Ukraine zu liefern, ist laut dem ARD-DeutschlandTREND März 2022 von 20 % auf 61 % gestiegen (vgl. infratest dimap 2022). Insgesamt ist die Zustimmung zu der verhältnismäßig harten Reaktion der Bundesregierung auf das Verhalten Russlands fast in allen Parteien relativ groß:

Wessen Brot du isst, dessen Lied du singst

Um Informationen aus allen Teilen der Welt zu beschaffen und diese der Allgemeinheit verfügbar zu machen, ist sehr viel Kapital und Personal notwendig. Wer aber Geld beschafft –und das gilt auch für den Staat –, möchte Einfluss auf die Inhalte und die Position des Mediums in sozialen oder politischen Fragen geltend machen. Das oben angeführte Beispiel des „Rotfunks“ zeigt, dass der Vorwurf der Parteilichkeit auch im öffentlich-rechtlichen Rundfunk besteht. Der Streit um die Wiederbenennung des ZDF-Chefredakteurs Nikolaus Brender im Jahr 2009 macht den großen Einfluss der Politik auf Personalentscheidungen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk beispielhaft deutlich (vgl. Wagner 2014). Damals wurde Brender vom Vorsitzenden des damaligen ZDF-Verwaltungsrates, Roland Koch, vehement abgelehnt (vgl. Jung 2014). Das Land Rheinland-Pfalz nahm das zum Anlass, beim Bundesverfassungsgericht prüfen zu lassen, ob der Einfluss der Parteien in den Kontrollgremien der Sender zu groß ist. Das Verfassungsgericht bejahte dies und legte eine Reduzierung der politischen Vertreter auf ein Drittel der Gremien fest (ARD Mittagsmagazin 2014). Trotzdem ist der Einfluss der Politik für ein Rundfunkmodell, das eigentlich staatsfern organisiert sein soll, immer noch sehr hoch.

Die Stiftung Neue Verantwortung veröffentlichte im Frühjahr 2021 eine Studie, welche die Einschätzungskompetenz der Nutzer gegenüber der Glaubwürdigkeit von Medien untersucht hat (vgl. Meßmer et al. 2021). „Die Unterschiede zwischen Information, Meinung, Werbung und Desinformation in den Medien werden oft nicht gut erkannt. Vielen der etwa 4.200 Befragten fiel es schwer, wahrzunehmen, ob es sich um eine auf Tatsachen basierende nachrichtliche Berichterstattung handelte oder um einen journalistischen Kommentar, einen gesponserten PR-Beitrag beziehungsweise eine Falschinformation in den Sozialen Medien“ (Deutschlandfunk 2021). Allerdings: „Ob eine Quelle vertrauenswürdig ist, wird oft richtig eingeschätzt. Interessenkonflikte von Akteuren oder Autoren werden dagegen seltener erkannt. Ein weiteres Ergebnis der Studie ist, dass die Kennzeichnungsstrategien von Social-Media-Plattformen zu Desinformation bisher kaum wirken. Hier geht es etwa um Labels zum Faktencheck einer Falschnachricht oder Hinweise auf die Finanzierung eines Staatssenders aus Ländern wie Russland oder China“ (ebd.).

Interessant ist der eindeutige Zusammenhang zwischen Alter und Bildung: „Jüngere Generationen zeigten sich in der Studie durchweg nachrichtenkompetenter als ältere. Generell gilt quer durch alle Altersgruppen: Je höher die formale Schulbildung, desto höher die Kompetenzwerte und desto höher auch das Vertrauen in Journalismus und Politik. Als weiterer Zusammenhang ergab sich eine Grundeinstellung der Befragten: Faktoren wie Toleranz, die Bereitschaft, sich aktiv über Politik zu informieren und ein gewisses Grundvertrauen in Demokratie und Medien, gingen einher mit einer stärkeren Nachrichten- und Informationskompetenz“ (ebd.).

In der Diskussion: gemeinnütziger Journalismus

Um für den Mediennutzer die wirtschaftlichen oder politischen Einflüsse auf die Berichterstattung transparenter zu machen, wurde in Berlin das Forum Gemeinnütziger Journalismus gegründet. Der Journalismus soll von Einflüssen der Geldgeber unabhängiger werden. Beklagt wird das Zeitungssterben, denn als Informationsquelle diene immer mehr das Internet, was zur Folge habe, dass der Werbeumsatz und der Verkauf von Printmedien immer mehr zurückgingen. In den Redaktionen müsse gespart werden, eigene Recherchen seien kaum noch finanzierbar, es komme zu Konzentrationen innerhalb großer Verlage, die ein Rahmenprogramm anböten, das überall fast gleich sei, nur der lokale Teil werde noch lokal produziert. Das führe zu einer Reduzierung der Vielfalt (vgl. Forum Gemeinnütziger Journalismus o. J.).

Die Situation könnte durch einen gemeinnützigen Journalismus verbessert werden. Der Gesetzgeber soll diese Form des Journalismus berücksichtigen und gesetzlich verankern. So könne die Medienvielfalt in Deutschland bewahrt und die Kritik- und Kontrollfunktion des Journalismus gestärkt werden. „In Deutschland fördern nur ein Bruchteil der rund 23.000 Stiftungen journalistische Startups. Das könnte sich ändern, sobald gemeinwohlorientierter Journalismus in der Abgabenordnung zur Gemeinnützigkeit in Deutschland berücksichtigt wird. Nicht-kommerzielle Angebote, die unsere Medienvielfalt stärken – zum Beispiel im Lokaljournalismus, im Investigativ- oder grenzüberschreitenden Journalismus – brauchen endlich Rechtssicherheit“, sagt Tabea Grzeszyk, Vorsitzende des Forums (ebd.). Was gemeinnützigen Journalismus ausmacht: „Im Journalismus können wir auf die Kriterien und Übereinkünfte des Kodex des Deutschen Presserates zurückgreifen. Und um festzulegen, was Gemeinnützigkeit im Journalismus bedeutet, können wir uns an den Kriterien der Initiative Transparente Zivilgesellschaft von Transparency International orientieren“ (ebd.).

Beispiel Netzwerk Recherche

Bekannte Beispiele sind Netzpolitik.org für den Medienbereich und das Netzwerk Recherche: „Netzwerk Recherche e. V. ist ein eingetragener, gemeinnütziger Verein, der 2001 von Journalistinnen und Journalisten gegründet wurde, um die journalistische Recherche und den Qualitätsjournalismus in Deutschland zu stärken. […] Bei seinen Veranstaltungen kooperiert der Verein u.a. mit öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten, Medienunternehmen, Hochschulen und anderen Institutionen der journalistischen Aus- und Fortbildung. Zu den Partnern und Förderern zählen u.a. die Rudolf Augstein Stiftung, der NDR, die Bundeszentrale für politische Bildung, die GLS Treuhand, die Olin gemeinnützige GmbH, nextMedia.Hamburg und die Schöpflin Stiftung. […] Der Verein bearbeitet zudem langfristig wichtige Themenfelder, zum Beispiel zur Informationsfreiheit und zu journalistischen Auskunftsrechten, zur Pressefreiheit, zur Datensicherheit, zum Verhältnis von Journalismus und Public Relations oder zum gemeinnützigen Journalismus“ (Netzwerk Recherche o. J.).

Auch in der Ampelkoalition wird darüber diskutiert, gemeinnützigen Journalismus zu stärken: „Zunächst mal bin ich froh, dass man sich darauf geeinigt hat, diesen Schritt zu gehen. Bisher ist er immer wieder in den Gremien der Parteien und an der Regierung gescheitert. Wenn das jetzt durchgesetzt würde, wäre das großartig. Und längst überfällig, weil dadurch ein gutes Stück Vielfalt des Journalismus in Deutschland abgesichert würde“ (Stiefel 2021).

Wahrheits-TÜV für den Journalismus

In den USA haben Journalisten das Start-up NewsGuard als Kampf gegen postfaktische Berichterstattung aufgebaut. Über ein Ampelsystem soll dem Nutzer angezeigt werden, wie vertrauenswürdig ein Inhalt ist. Getroffen hat es beispielsweise das Onlineportal der umstrittenen Boulevard-Zeitung „Daily Mail“ aus Großbritannien: Bei einem Bericht im Internet baute sich ein Fenster auf und ermahnte den Nutzer, mit der Glaubwürdigkeit dieser Seite vorsichtig zu sein.

Auch Forscher der Fraunhofer-Gesellschaft haben ein Tool entwickelt, das Beiträge in sozialen Netzwerken mit Warnhinweisen versieht: „Damit es verlässlich arbeitet, trainieren die Forscher ihre Algorithmen zunächst mit zahlreichen positiven wie negativen Beispielen und lassen es dann automatisiert nach Auffälligkeiten suchen. Beobachtet werden dabei textliche Merkmale, aber auch Metadaten, die beispielsweise anzeigen, wie oft oder zu welcher Uhrzeit etwas gepostet oder geteilt wurde. Behörden und vereinzelt auch Unternehmen nutzen das Tool als Hilfestellung gegen Desinformation“ (Maurer 2019).

Ob solche Projekte tatsächlich mehr Vertrauen beim Nutzer schaffen und wie er wiederum die Glaubwürdigkeit der Urheber einschätzt, ist ungewiss, vor allem, wenn sie anonym bleiben. Weder die Bundesregierung noch der Rundfunk haben es geschafft, dahin gehend akzeptiert zu werden, dass sie ihre Aussagen mit dem größtmöglichen Bemühen um Wahrhaftigkeit treffen. „Lügenpresse“ impliziert, dass eine Absicht unterstellt wird, wenn Aussagen den eigenen Glaubenssätzen widersprechen. Diese Absicht könnte man auch jedem anderen Gremium unterstellen, das nicht mit Personen besetzt ist, die die eigene Position vertreten: „Der Mainzer Kommunikationswissenschaftler Philipp Müller bewertet das Projekt [NewsGuard] skeptisch. Die Initiative impliziere, dass Nutzer im Internet völlig verloren seien und nicht in der Lage, die Vertrauenswürdigkeit von News-Seiten einzuordnen. »Aktuelle Studien zeigen aber, dass Nutzer bei ihrer Einschätzung von Quellen eigentlich gar nicht so falschliegen«, so Müller. Er sieht eher die Gefahr, dass »der Schuss nach hinten losgehen kann«: Regelmäßige Leser negativ bewerteter Seiten, die meist dem rechten Spektrum entstammen, könnten das NewsGuard-Zertifikat als Instrument der linken Eliten und des Mainstreams im Kampf gegen alternative Medien abtun, so Müller. Die gut gemeinte Sache würde so Verschwörungstheoretikern Argumente liefern“ (ebd.).

Radikale Lösung: eine neue Form des Internets – Web 3.0

Viele kritisieren, das Web 2.0 werde inzwischen von Großkonzernen wie Facebook oder Google dominiert, sodass die Ursprungsidee einer individuellen und durch ein eigenes Regelungssystem geordneten Kommunikation nicht mehr funktioniere. Es entstand die Idee, eine Alternative zum Web 2.0 aufzubauen, weil man es nicht für reformfähig hält: Die Idee ist, ein unabhängiges Netz zu schaffen, das nur für Mitglieder nutzbar ist. Dieses Web 3 soll die alte Form der Nutzerorientierung durch das aus der Kryptoszene stammende Blockchain-Verfahren wiederherstellen. Es soll allein von den Nutzern generiert werden und eine Konzentration auf einige Mächtige verhindern. Alles soll sicherer, transparenter und gerechter werden.

Das Web 1.0 schuf jedem die Möglichkeit, Informationen, meist in Textform, anzubieten. Über das Web 2.0 wurde die Kommunikation der Nutzer untereinander möglich. Man kann liken, kommentieren oder sich online treffen, man kann Filme streamen – aber es wird inzwischen von einigen mächtigen Konzernen wie Google, Amazon oder Meta dominiert. Beim Web 3 soll alles dezentral durch die Blockchain-Technologie organisiert werden. Es gibt keine Rechenzentren im Besitz einer Firma, sondern das Ganze wird global und dezentral auf alle Rechner verteilt, die an der Blockchain teilnehmen.

Wenn man auf dieser Basis verschiedene Services anbietet, gibt es keine Instanz, die jemanden reglementieren oder abschalten kann. Durch gegenseitige Kontrolle soll auf den gegenwärtigen Kontrollverlust reagiert werden. Es existieren dann viele von den Nutzern betriebene Einheiten, an denen sie über Kryptowährungen wie Bitcoin finanzielle Anteile erwerben können (vgl. Ginzel 2021).

Die Crowd funktioniert in Plattformen, die die Verteilung und die Sammlung beherrschen. Jeder könnte ein Teil dieses Netzes erwerben und dies in der Blockchain dokumentieren. So könnte man einen durch die Community finanzierten Nachrichtendienst wie Twitter o. Ä. anbieten. Es soll dabei um einen fairen Zugang für alle, um Datenschutz und offene Technologien für die Nutzer gehen, aber eben nicht um Profit. So etwas Ähnliches gibt es schon für den Kunstmarkt mit den sogenannten NFTs: „NFTs sind Non-Fungible Token. Übersetzt bedeutet das: nicht austausch- oder ersetzbare Wertmarken. Der Eigentümer eines NFTs wird über einen sogenannten Smart Contract zertifiziert. Letzterer basiert – wie auch Kryptowährungen – auf einer Blockchain, also einem digitalen Datenprotokoll. Dadurch lässt sich transparent nachvollziehen, wem das Unikat aktuell gehört und wann es den Besitzer gewechselt hat. NFTs fungieren daher als eine Art digitaler Eigentums- oder Echtheitsnachweis. Grundsätzlich sind NFTs nicht auf ein bestimmtes Anwendungsgebiet beschränkt. Alle möglichen Wertgegenstände werden so inzwischen auf der Blockchain gehandelt“ (Buske 2022).

Fazit

Die Idee des gemeinnützigen Journalismus kann vielleicht helfen, die wirtschaftliche Not kleinerer Printmedien zu lindern und dadurch mehr Pluralität im Informationsmarkt zu ermöglichen. Die Frage ist, wie man diese Gemeinnützigkeit dem einen zuspricht und dem anderen nicht.

Die meisten Printmedien behaupten wahrscheinlich von sich, die Kriterien des Presserates einzuhalten. Gemeinnütziger Journalismus ist ja bereits jetzt möglich, wie das Beispiel von Netzwerk Recherche zeigt, allerdings hängt eine Anerkennung immer von der Sichtweise des jeweiligen Finanzamtes ab. Das soll geändert werden. Wie will man aber die Trennung zwischen kommerziellen und gemeinnützigen Publikationen ziehen? Die seriösen kommerziellen Zeitschriften wären finanziell im Nachteil und hätten möglicherweise Schwierigkeiten zu überleben. Es gäbe einen Zweiklassenjournalismus. So könnten vielleicht einige Zeitschriften gerettet und andere gegründet werden, aber ob das der durchschnittliche Nutzer tatsächlich wahrnimmt und dadurch sein Vertrauen in den Journalismus gestärkt wird, ist zumindest fraglich.

Die Idee, einen Medien-TÜV einzurichten, der nach Falschmeldungen sucht und diese dann im Netz entsprechend kennzeichnet, setzt großes Vertrauen in die Autoren des Faktenchecks voraus. Wenn diese anonym bleiben, sind Verschwörungsvorwürfe vorprogrammiert. Außerdem ist es schwer vorstellbar, dass ein solches Prinzip einen relevanten Teil der Medien tatsächlich bearbeiten kann. Es müsste auf Algorithmen beruhen, und dass man der künstlichen Intelligenz tatsächlich zutraut, systematisch Falschmeldungen glaubhaft zu verifizieren, ist schwer vorstellbar.

Das Web 3 hätte zumindest in der gegenwärtigen Situation in Russland einen gewissen Charme, denn es wäre nicht so leicht zu stören wie das gegenwärtige Web 2.0. Das richtige Verständnis vorausgesetzt, würde das aber heißen, dass dieses Netz nicht öffentlich ist, sondern nur denjenigen offen steht, die sich an den Rechenprozessen beteiligen, auch finanziell. Insofern handelt es sich wohl eher um einen Closed Shop. Würde es von einer respektablen Menge genutzt, würde sich wahrscheinlich hier genauso schnell die Kommerzialisierung einstellen wie im Web 2.0: Unternehmen würden eine große Menge an Blockchains erwerben und könnten es so dominieren. Denn wer letztlich Anteile erwirbt, kann nicht überprüft werden, das würde der Anonymität widersprechen. Und ab einer bestimmten Angebotsmenge ist so etwas wie eine Suchmaschine unbedingt notwendig, sonst findet man nichts. Zwar genießt Google als finanzieller Gigant nicht nur Sympathien, aber wenn wir ehrlich sind: Wollten und könnten wir wirklich darauf verzichten?

Die Bewegung, Medien unabhängiger und glaubwürdiger machen zu wollen, geht zurück auf eine gewisse Unsicherheit und Unzufriedenheit darüber, ob und wie das gegenwärtige Mediensystem einen seriösen, freien und vielfältigen Journalismus ermöglicht. Dieser Pessimismus ist aber bei näherem Hinsehen übertrieben. Sicherlich gibt es Fehler, Falschmeldungen und Versehen, es gibt Journalisten wie Claas Relotius, die Nachrichten einfach erfinden – aber die Welt ist nicht perfekt. Gerade in der gegenwärtigen Krise zeigt sich das Vertrauen in unser Rundfunksystem: Die Sondersendungen zum Ukraine-Konflikt haben sehr hohe Quoten: „So zeigt sich im Quotenverlauf zu Beginn der Primetime noch das große Interesse an den Ukraine-Sondersendungen insbesondere im Ersten und bei RTL. Als die gegen 20:30 Uhr endeten, suchten offenbar viele nach weiteren Infos – was dazu führte, dass die etwas längere Sondersendung bei ProSieben und Sat.1 in den letzten Minuten nochmal deutlich zulegen konnten“ (Mantel/Lückerath 2022).

Das zeigt, dass die Rezipienten durchaus ein Gefühl dafür haben, wem man in solch schwierigen Zeiten glauben kann: besser geht immer, aber so schlecht ist es auch nicht – vorausgesetzt, der Einfluss von Staat und Wirtschaft ist möglichst gering und lässt Pluralismus zu.

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Autor*in

Prof. Joachim von Gottberg, geboren 1952, studierte ev. Theologie und Germanistik. Er begann seine berufliche Tätigkeit als Leiter der Landesstelle Jugendschutz in Niedersachsen, anschließend wechselte er als ständiger Vertreter der Obersten Landesjugendbehörden zur FSK nach Wiesbaden. 1994 gründete er die Freiwillige Selbstkontrolle Fernsehen (FSF), deren Geschäftsführer er bis 2018 war. Er unterrichtete seit 1998 Medienwissenschaft an der Filmuniversität Babelsberg und wurde dort 2007 zum Honorarprofessor ernannt. Von 2015–2020 arbeitete er als Vertretungsprofessor an der Universität Halle. In seinen Veröffentlichungen beschäftigte er sich vor allem mit Medienrecht, Medienwirkungsforschung sowie Medienpädagogik.

[Bild: Sandra Hermannsen]
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