Playlist

Mediale Wissensvermittlung als Sensibilisierungsangebot

Erklärvideos zu Diversität, Diskriminierung und Empowerment

Dirk Uhlig, Brigitte Zeitlmann

Medienradar, 09/2020

Um Diskriminierung oder auch einfach nur Missverständnisse zu vermeiden, ist eine Überprüfung und gegebenenfalls eine Anpassung des eigenen Sprachgebrauchs hilfreich. Im Netz finden sich zahlreiche Erklärfilme, die relevante Begriffe erläutern und diese kontextualisieren. Was bedeutet eigentlich „White Fragility“ und warum wird die Frage „Woher kommst du?“ so oft gestellt? In der Playlist ist eine kleine Auswahl dieser Videos zusammengestellt.

Diskriminierungsverbot, BAMF

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) stellt in der Infothek auf seiner Website neben Formularen und Vordrucken auch ausführliches Informationsmaterial in Form von Publikationen und Videofilmen zur Verfügung. Darunter befinden sich Erklärfilme wie das hier vorgestellte Video zum Diskriminierungsverbot. Im Begleittext zum Video auf der Website heißt es: „Gleichheit vor dem Gesetz bedeutet, dass jeder Mensch nach denselben gültigen Gesetzen behandelt wird. Ein Mensch darf weder vor Gericht, noch in allen anderen Lebensbereichen z. B. wegen seines Alters, Status, seiner Herkunft oder seines Glaubens diskriminiert werden.“[1] Der Film wird in vier Sprachversionen angeboten.

Zur Infothek des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF)
Zum Videobeitrag Diskriminierungsverbot

Rassismus, was ist das? Kurz erklärt auf bpb.de, Bundeszentrale für politische Bildung/bpb

Rassismus, was ist das? Kurz und leicht verständlich erklärt im Glossar des Dossiers Rechtsextremismus auf bpb.de. Getextet von Toralf Staud, Johannes Radke, Heike Kleffner und FLMH. Eingesprochen von Jungschauspieler*innen.[2]

Zum Videobeitrag in der Mediathek der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb

Deutsche Kolonialzeit und die Frage: „Woher kommst Du?“, Workin’ Germany, BR

Der Bayerische Rundfunk (BR) entwickelte 2019 in einem jungen, diversen und kosmopolitischen Team mit Workin’ Germany (workin_germany) ein Instagram-Format, das Rassismus, Diskriminierung und Zusammenleben vornehmlich in der Arbeitswelt thematisiert. Hier wird profundes Hintergrundwissen von Spezialist*innen verständlich aufbereitet. Im Beitrag spricht die Afrikawissenschaftlerin Josephine Apraku für Workin’ Germany (workin_germany) über den deutschen Kolonialismus und dessen Folgen, die immer noch tief in unseren Denk-, Sprach- und Handlungsmustern eingeschrieben sind.

Zum Instagram-Account Workin’ Germany (workin_germany)
Zum Erklärvideo Deutsche Kolonialzeit und die Frage: „Woher kommst Du?“

Antiziganismus begegnen, Bundeszentrale für politische Bildung/bpb

Sinti und Roma sind in vielen Situationen und an vielen Orten Diskriminierungen ausgesetzt. Was das für sie bedeutet, zeigt dieser Film.[3]

Zum Beitrag Antiziganismus begegnen in der Mediathek der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb

Video zum Begriff „Intersektionalität“, erklär mir mal... (erklaermirmal)

erklär mir mal... (erklaermirmal) – ein queeres BIPoC-Bildungsformat auf Instagram – ist ein Online-Projekt des Migrationsrates Berlin e.V., das seinen User*innen neue Betrachtungsweisen auf gesellschaftliche und politische Themen bietet. Die Moderator*innen erklären Begriffe, die Wissenslücken bei jungen Menschen füllen, zur Identitätsfindung beitragen und Empowerment fördern sollen.[4] Im Video geht es um den Begriff „Intersektionalität“, der mit immer wieder neuen Teilaspekten und Beispielen einleuchtend erklärt wird.

Zum Instagram-Account erklär mir mal... (erklaermirmal)
Zum Video zum Begriff „Intersektionalität“

Was bedeutet People of Color?, RosaMag

2018 gründete die Berlinerin Ciani-Sophia Hoeder das Online-Lifestylemagazin RosaMag – von und für Schwarze Frauen im deutschsprachigen Raum. Das Magazin will informieren und empowern und ergreift ein weit über reine Beauty-Themen hinausreichendes politisches Engagement. In der Rubrik „RosaPedia“ klärt Ciani-Sophia Hoeder beispielsweise über wichtige Begriffe im Diskurs um Rassismus und Diversität auf, so auch im Video Was bedeutet People of Color?

Zur Website von RosaMag
Zum YouTube-Kanal Rosa Mag

Video zum Begriff „Empowerment“, erklär mir mal... (erklaermirmal)

erklär mir mal... (erklaermirmal) – ein queeres BIPoC-Bildungsformat auf Instagram – ist ein Online-Projekt des Migrationsrates Berlin e.V., das seinen User*innen neue Betrachtungsweisen auf gesellschaftliche und politische Themen bietet. Die Moderator*innen erklären Begriffe, die Wissenslücken bei jungen Menschen füllen, zur Identitätsfindung beitragen und Empowerment fördern sollen.[4] Im Video wird die politische und gesellschaftliche Bedeutung des Begriffs „Empowerment“ – auch anhand seiner Geschichte – hergeleitet und erklärt.

Zum Instagram-Account erklär mir mal... (erklaermirmal)
Zum Video zum Begriff „Empowerment“

Rosapedia: Was bedeutet „Tokenism“?, RosaMag

2018 gründete die Berlinerin Ciani-Sophia Hoeder das Online-Lifestylemagazin RosaMag – von und für Schwarze Frauen im deutschsprachigen Raum. Das Magazin will informieren und empowern und ergreift ein weit über reine Beauty-Themen hinausreichendes politisches Engagement. In der Rubrik „RosaPedia“ klärt Ciani-Sophia Hoeder beispielsweise über wichtige Begriffe im Diskurs um Rassismus und Diversität auf, so auch im Video Rosapedia: Was bedeutet „Tokenism“?

Zur Website von RosaMag
Zum YouTube-Kanal Rosa Mag

Natasha A. Kelly: Über White Fragility in der Arbeitswelt, Workin’ Germany, BR

Der Bayerische Rundfunk (BR) entwickelte 2019 in einem jungen, diversen und kosmopolitischen Team mit Workin’ Germany (workin_germany) ein Instagram-Format, das Rassismus, Diskriminierung und Zusammenleben vornehmlich in der Arbeitswelt thematisiert. Hier wird profundes Hintergrundwissen von Spezialist*innen verständlich aufbereitet. Im Beitrag erklärt Natasha A. Kelly, promovierte Kommunikationswissenschaftlerin und Soziologin mit den Forschungsschwerpunkten Kolonialismus und Feminismus, für Workin’ Germany (workin_germany) das Konstrukt „White Fragility“.

Zum Instagram-Account Workin’ Germany (workin_germany)
Zum Beitrag Natasha A. Kelly: Über White Fragility in der Arbeitswelt

Was ist Critical Whiteness, renk.

renk. ist ein deutsch-türkisches Online-Magazin für Gesellschaft und Kultur und behandelt Themen wie Diversität, Kunst und Kultur. Für die Produktion des Videos Was ist Critical Whiteness, zu sehen auf ihrem YouTube-Kanal renk Magazin, hat die Redaktion beim Berliner Journalisten Frank Joung (Halbe-Kartoffl-Podcast) sowie bei Luise Morgen und Junior vom Podcast Made in Germany nachgefragt, was sie unter „Kritischem Weißsein“ verstehen.

Zur Website von renk. 
Zum YouTube-Kanal renk Magazin

Weitere Begriffserläuterungen finden sich außerdem in unserem Beitrag „Sprechen ohne Diskriminierung – Ein Glossar zum Thema »Ethnische und gesellschaftliche Diversität«“.

1. Begleittext zum Video Diskriminierungsverbot, Website des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, www.bamf.de/SharedDocs/Videos/DE/Integration/Grundgesetz/grundgesetz-film-2-diskriminierung.html?nn=282388 (abgerufen am 08.10.2020).

2. CC BY-NC-ND 3.0 DE / Toralf Staud, Johannes Radke, Heike Kleffner und FLMH für Bundeszentrale für politische Bildung/bpb, www.bpb.de/mediathek/182878/rassismus-was-ist-das-kurz-erklaert-auf-bpb-de (abgerufen am 08.10.2020).

3. CC BY-ND 3.0 DE / Laura Momo Aufderhaar (Pudelskern GbR) für Bundeszentrale für politische Bildung/bpb, www.bpb.de/mediathek/202423/antiziganismus-begegnen (abgerufen am 08.10.2020).

4. Teilprojekt „erklär mir mal…“, Website des Migrationsrates Berlin e.V., Teilprojekt des Projektes ComE In, http://www.migrationsrat.de/comein/erklaer-mir-mal/ (abgerufen am 08.10.2020).

Zusammengestellt von

Dirk Uhlig arbeitete bereits seit 2007 als freier Gestalter eng mit dem Medienpädagogik-Team der Freiwilligen Selbstkontrolle Fernsehen (FSF) für die Entwicklung und Umsetzung der Projekte Krieg in den Medien und Faszination Medien zusammen. Seit 2017 gehört er zum festen Team der Medienpädagogik der FSF. Nebenbei ist er als freier Dokumentarfilmschaffender tätig.

[Bild: privat]
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Zusammengestellt von

Brigitte Zeitlmann ist hauptamtliche Vorsitzende in den Prüfausschüssen und arbeitet in dem Bereich der Medienpädagogik bei der Freiwilligen Selbstkontrolle Fernsehen (FSF). Als Redakteurin verantwortete sie beim multimedialen Lehrangebot Faszination Medien den Bereich Jugendschutz und war jahrelang Mitglied der Auswahlkommission der Internationalen Filmfestspiele Berlin (Berlinale) Generation. Sie ist außerdem Prüferin bei der Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) sowie regelmäßig Mitglied der Nominierungskommission und Jury des Grimme-Preises.

[Bild: Sandra Hermannsen]
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