Aufgaben-Set

Für Diversität, gegen Diskriminierung

Lennart Sörnsen

CC BY-SA 4.0/Medienradar, 11/2020

Zielgruppe: Klasse 7/8, Klasse 9/10, Klasse 11/12
Fächeranbindung: Deutsch, Ethik, Politische Bildung, GeWi, Kunst
Zielgruppe:
Fächeranbindung:

Kompetenzen:

  • diskutieren
  • Meinungen und Erfahrungen austauschen
  • informieren

Material:

  • Tafel/Board
  • Kreide/Stifte
  • Videos
  • Arbeitsblatt

Möglicher Ablauf und didaktische Hinweise:

1. Das Video Diversity: So vielfältig ist Deutschland! Zahlen und Fakten der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg wird den Schüler*innen gezeigt und im Anschluss kurz diskutiert.

Mögliche Diskussionsfragen:

  • Inwieweit ist Deutschland vielfältig? Welche Kategorien werden angesprochen?
  • Haben alle Bevölkerungsgruppen die gleichen Chancen?
  • Welche Benachteiligungen werden z.B. im Hinblick auf das Geschlecht angesprochen?

Im Anschluss an die Frage nach Chancengleichheit und potenzieller Diskriminierung schauen sich die Schüler*innen den Clip Diskriminierung in drei Minuten erklärt (Amnesty Switzerland) an.

Die Schüler*innen bearbeiten dazu das Arbeitsblatt. Ggf. sollte der Clip ein zweites Mal abgespielt werden.

ARBEITSBLATT_Diversität und Diskriminierung    W  P

Mögliche Zusatzaufgabe:
Um die Verhaltenstipps von Aufgabe 3 des Arbeitsblatts anzuwenden, kann das im Animationsclip angedeutete Szenario nachgestellt werden. Hierzu kann die Klasse in Kleingruppen aufgeteilt werden, die sich jeweils eine kurze Szene überlegen und mit verschiedenen Rollen besetzen und vorführen.

Kompetenzen:

  • diskutieren
  • analysieren
  • Erfahrungen austauschen
  • sich positionieren

Material:

  • Tafel/Board
  • Kreide/Stifte
  • Videos
  • Arbeitsblatt

Möglicher Ablauf und didaktische Hinweise:

1. Zunächst wird den Schüler*innen der Anfang des Clips Wie süß! Diese 5-jährige verzaubert Dieter! (0:00 bis 01:16) aus der Show Das Supertalent gezeigt.

Das Video kann bei Minute 01:16 gestoppt werden. Die anschließende Diskussion könnte mit folgenden Fragen unterstützt werden:

  • Viele Zuschauer*innen haben sich über die Fragen von Dieter Bohlen zur Herkunft von Melissa aufgeregt. Könnt ihr euch vorstellen, warum?
  • Was ist euch aufgefallen?
  • Warum fragt Dieter Bohlen Melissa nach ihrer Herkunft? Bei anderen Kandidat*innen macht er das ja auch nicht unbedingt.
  • Warum fragen Menschen das? Was kann das bei Betroffenen auslösen?

Zur weiteren Unterstützung der Diskussion können beispielhaft Twitter-Beiträge zur Debatte gezeigt werden.

Vielen Menschen mit Migrationshintergrund kommt diese Frage bekannt vor. Das zeigt die Social Media Kampagne #vonhier. Hier berichten Nutzer*innen von ihren Erfahrungen mit der Frage „Woher kommst du?“. Die Tweets machen deutlich, warum die Frage den Befragten unangenehm sein kann. Sie offenbaren ihnen immer wieder, dass sie „anders“, eben nicht „deutsch“ aussehen würden oder ihre Namen nicht „deutsch“ klingen würden. Betroffene berichten, dass ihnen durch diese oft gestellte Frage das Gefühl vermittelt werde, sie gehörten nicht dazu oder seien eben nicht „richtig deutsch“.

Im Format Mailab wird die Diskussion rund um die Debatte #vonhier nachvollziehbar analysiert und Moderatorin Mai Thi Nguyen-Kim gibt produktive Anregungen, mit dem Thema umzugehen.

2. Mai Thi Nguyen-Kim nennt vier Aspekte auf die „wir uns alle einigen sollten“. Diese werden folgend in dem Aufgabenblatt behandelt.

ARBEITSBLATT_#vonhier    W  P

Die Schüler*innen schauen den Clip und beantworten dann mit ihrem/ihrer Tischnachbar*in die Fragen auf dem Arbeitsblatt. Um den Schüler*innen die Beantwortung der Fragen zu erleichtern, sollte der Clip nach den einzelnen Abschnitten pausiert werden.

  • Wir können nicht wissen, wie sich andere fühlen. (04:20 bis 06:48)
  • Die Absicht ist wichtig. (06:49 bis 08:08)
  • Das ewige Ping-Pong-Spiel hilft niemandem weiter (08:08 bis 10:07)
  • Aufklärung ist die einzige Lösung gegen Unwissenheit (ab 10:07)

3.  Nach dem Besprechen der Ergebnisse wird ein Rollenspiel durchgeführt. Die Schüler*innen sollen zu zweit folgende Szenarien durchspielen:

Szenario 1: Person A überrumpelt B unsensibel mit der Frage (und weiteren Nachfragen) zur Herkunft. Person B klärt Person A respektvoll darüber auf, warum sie die Frage unangebracht findet.

Szenario 2: Person A fragt respektvoll und mit nötigem Feingefühl nach der Herkunft. Person B antwortet.  

Im Anschluss können Freiwillige das Szenario vorstellen und ggf. mit der Klasse diskutieren.

Downloadbereich:

ARBEITSBLATT_#vonhier    W  P

Für Lehrkräfte sind zum vertiefenden Hintergrundwissen folgende Inhalte zu empfehlen:

Kompetenzen:

  • diskutieren
  • Erfahrungen reflektieren
  • austauschen

Material:

  • Tafel/Board
  • Kreide/Stifte
  • Videos
  • Arbeitsblatt

Möglicher Ablauf und didaktische Hinweise:

1. Zum Einstieg wird der Begriff „Rassismus“ an die Tafel / das Whiteboard geschrieben. Was fällt den Schüler*innen dazu ein und wie würden sie den Begriff definieren?

Eine Definition für Jugendliche zur Orientierung;

„Rassismus ist eine abwertende und verachtende Denkweise über andere Menschen. Personen mit einer solchen Haltung heißen Rassisten: Rassisten glauben, dass Menschen aufgrund einer anderen Hautfarbe oder Herkunft weniger wert sind als sie selber oder sogar eine Gefahr darstellen. Im Namen dieses Irrglaubens sind in der Vergangenheit schlimme Verbrechen gegen die Menschlichkeit verübt worden, wie die Judenverfolgung im Dritten Reich in Deutschland oder das Apartheids-Regime in Südafrika.“ (neuneinhalb, Auszug aus dem Lexikoneintrag zu Rassismus)

2. Im Talkformat Auf Klo werden mit jungen Menschen gesellschaftliche Tabuthemen besprochen. In dieser Folge berichtet Sam davon, wie es ist, in der Schule rassistischen Drohungen ausgesetzt zu sein.

Die Schüler*innen schauen gemeinsam das Video und beantworten die Fragen auf dem Arbeitsblatt.

ARBEITSBLATT_Rassimus im Alltag    W  P

3. Sam und Maria machen im Video den „Check Your Privilege“-Test. Das Thema hat besonders in den USA im Rahmen der Black Lives Matter-Bewegung auf TikTok große Wellen geschlagen. Die Schüler*innen stellen sich gegenseitig die Fragen aus dem Arbeitsblatt.

ARBEITSBLATT_Check Your Privilege    W  P

Als Vorlage kann auch das Video gezeigt werden, mit dem der Trend gestartet wurde.

Optional können die Schüler*innen die Interviews auch als Video aufnehmen, die dann im Klassenverbund geschaut und besprochen werden.

Bei dieser Aufgabe ist es besonders wichtig, sensibel mit den potenziellen Erfahrungen von Schüler*innen mit Migrationshintergrund umzugehen. Wer nicht darüber sprechen möchte, sollte – auch wenn es für die anderen Mitschüler*innen interessant wäre – nicht gedrängt werden.

4. Im Anschluss sollten die Schüler*innen diskutieren, was sie von dem Test halten.

Mögliche Diskussionsfragen sind:

  • Wie habt ihr euch bei dem Test gefühlt?
  • Was findet ihr an dem Test gut und was gefällt euch weniger gut?

Dazu sollte, falls es in der Diskussion nicht aufgegriffen wird, angemerkt werden, dass es natürlich durchaus andere Formen der Diskriminierung gibt. Menschen mit Behinderungen oder auch Menschen, die aus sozial benachteiligten Verhältnissen kommen, werden in den Fragen nicht erfasst. In der Challenge geht es in erster Linie darum, Rassismuserfahrungen für Menschen nachvollziehbar zu machen, die nicht davon betroffen sind.

Downloadbereich:

ARBEITSBLATT_Rassimus im Alltag    W  P
ARBEITSBLATT_Check Your Privilege    W  P

Für Lehrkräfte ist zum vertiefenden Hintergrundwissen die folgende Playlist zu empfehlen:
Der Diversitätsdiskurs in Online-Formaten

Kompetenzen:

  • diskutieren
  • analysieren
  • informieren
  • sich begründet positionieren

Materialien:

  • Tafel/Board
  • Kreide/Stifte
  • Videos
  • Arbeitsblatt

Möglicher Ablauf und didaktische Hinweise:

1. Zum Einstieg schauen sich die Schüler*innen zwei Bilder an: Das Foto des 2016er-Cast von Gute Zeiten, Schlechte Zeiten (RTL) und die Abbildung der Hauptdarsteller*innen von der Netflix-Serie Sex Education (2019).

Gemeinsam werden folgende Fragen diskutiert:

  • Was fällt den Schüler*innen beim Vergleich der Bilder auf?
  • Woran kann es liegen, dass die Besetzung von GZSZ deutlich weniger divers ist?
  • Ist das aus Sicht der Schüler*innen ein Problem? Warum (ja/nein)?
  • Sollte das geändert werden? Wenn ja, wie könnte das gelingen?

2. Für die Frage nach Diversität und Vielfalt ist aber nicht nur relevant, ob beispielsweise Menschen mit Migrationshintergrund in einem Film / einer Serie mitspielen, sondern in welcher Rolle. Die Schüler*innen schauen sich einen Ausschnitt aus der Dokumentation Kino Kanak – Warum der deutsche Film Migranten braucht (2020) an. Hier berichten verschiedene Schauspieler*innen mit Migrationshintergrund von ihren persönlichen Erfahrungen.

Gemeinsam können im Anschluss an der Tafel / am Whiteboard die beschriebenen Probleme festgehalten werden:

Welche Probleme werden beschrieben? Hier einige Inhalte, die genannt werden sollten:

  • Die Schauspier*innen bekommen zu wenig Aufträge.
  • Die Rollen basieren oft auf negativen Klischees („der kriminelle Ausländer“ etc.).
  • Allgemein angesehene Berufe (Chefarzt, Kommissar) werden selten von Menschen mit Migrationshintergrund besetzt, sondern eher Berufe mit weniger Prestige („Putzfrau“ etc.).
  • Die „Helden“ der Geschichten sind oft weiße Darsteller*innen, dunkelhäutige eher Opfer/Täter*in.
  • Sie müssen oft so tun, als würden sie schlecht deutsch sprechen.
  • Wenn sie die Rolle / den Text kritisieren, wird problemlos ein/e andere/r Darsteller*in gefunden.

Woran liegt das?

  • Produzent*innen nehmen an, dass z.B. ein dunkelhäutiger Arzt die Zuschauer*innen verwirren würde.
  • Produzent*innen sind selbst nicht frei von Stereotypen.
  • Es braucht mehr Vielfalt in den höheren Positionen (Drehbuch, Produzent*in, Regisseur*in).

Hinweis: Diese Aufgabe kann je nach Interesse weiter vertieft und mit anderen Medienbeispielen erweitert werden. Dafür eignen sich die Artikel Hartnäckige Stereotype und Mediengestaltung, Stereotype und Diversity sowie die Playlist Ethnisch-kulturelle Vielfalt in Medienproduktionen. Jens Förster berichtet beispielsweise in dem Artikel Mediengestaltung, Stereotype und Diversity, über die Vermutung von Medienmacher*innen, dass divers besetzte Rollen von der Handlung ablenken könnten. In der Playlist Ethnisch-kulturelle Vielfalt in Medienproduktionen werden in dem ersten Kapitel „Fiktionales Fernsehen“ Filmausschnitte gezeigt, die Vorurteile aufgrund des Aussehens thematisieren.

3. Die Serie 4 Blocks wurde häufig dafür gelobt, dass sie arabische Großfamilien und Clans in Berlin „authentisch“ abbilde. Eng damit verbunden ist aber auch die Kritik, die Serie bestätige Klischees bezüglich der arabischen Minderheit.

Die Schüler*innen schauen sich einen Clip der Serie an und beantworten die Fragen auf dem Arbeitsblatt.

ARBEITSBLATT_4 Blocks    W  P

Im Anschluss wird die dritte Frage des Arbeitsblatts gemeinsam besprochen. Folgende Aspekte sollten in diesem Zusammenhang genannt werden:

  • Sprachstil und Auftreten der beiden Portagonisten
  • Automarke
  • Setting (Neukölln)
  • Verweise auf das Gangstermillieu (Gespräch über Uhren und „Weiber“, Drogen etc.)
  • Musik

Downloadbereich:

ARBEITSBLATT_4 Blocks    W  P

Kompetenzen:

  • diskutieren
  • Meinungen und Erfahrungen austauschen
  • informieren

Material:

  • Tafel/Board
  • Kreide/Stifte
  • Videos
  • Arbeitsblatt

Möglicher Ablauf und didaktische Hinweise:

1. Das Video Diversity: So vielfältig ist Deutschland! Zahlen und Fakten der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg wird den Schüler*innen gezeigt und im Anschluss kurz diskutiert.

Mögliche Diskussionsfragen:

  • Inwieweit ist Deutschland vielfältig? Welche Kategorien werden angesprochen?
  • Haben alle Bevölkerungsgruppen die gleichen Chancen?
  • Welche Benachteiligungen werden z.B. im Hinblick auf das Geschlecht angesprochen?

Im Anschluss an die Frage nach Chancengleichheit und potenzieller Diskriminierung schauen sich die Schüler*innen den Clip Diskriminierung in drei Minuten erklärt (Amnesty Switzerland) an.

Die Schüler*innen bearbeiten dazu das Arbeitsblatt. Ggf. sollte der Clip ein zweites Mal abgespielt werden.

ARBEITSBLATT_Diversität und Diskriminierung    W  P

Mögliche Zusatzaufgabe:
Um die Verhaltenstipps von Aufgabe 3 des Arbeitsblatts anzuwenden, kann das im Animationsclip angedeutete Szenario nachgestellt werden. Hierzu kann die Klasse in Kleingruppen aufgeteilt werden, die sich jeweils eine kurze Szene überlegen und mit verschiedenen Rollen besetzen und vorführen.

Kompetenzen:

  • diskutieren
  • analysieren
  • Erfahrungen austauschen
  • sich positionieren

Material:

  • Tafel/Board
  • Kreide/Stifte
  • Videos
  • Arbeitsblatt

Möglicher Ablauf und didaktische Hinweise:

1. Zunächst wird den Schüler*innen der Anfang des Clips Wie süß! Diese 5-jährige verzaubert Dieter! (0:00 bis 01:16) aus der Show Das Supertalent gezeigt.

Das Video kann bei Minute 01:16 gestoppt werden. Die anschließende Diskussion könnte mit folgenden Fragen unterstützt werden:

  • Viele Zuschauer*innen haben sich über die Fragen von Dieter Bohlen zur Herkunft von Melissa aufgeregt. Könnt ihr euch vorstellen, warum?
  • Was ist euch aufgefallen?
  • Warum fragt Dieter Bohlen Melissa nach ihrer Herkunft? Bei anderen Kandidat*innen macht er das ja auch nicht unbedingt.
  • Warum fragen Menschen das? Was kann das bei Betroffenen auslösen?

Zur weiteren Unterstützung der Diskussion können beispielhaft Twitter-Beiträge zur Debatte gezeigt werden.

Vielen Menschen mit Migrationshintergrund kommt diese Frage bekannt vor. Das zeigt die Social Media Kampagne #vonhier. Hier berichten Nutzer*innen von ihren Erfahrungen mit der Frage „Woher kommst du?“. Die Tweets machen deutlich, warum die Frage den Befragten unangenehm sein kann. Sie offenbaren ihnen immer wieder, dass sie „anders“, eben nicht „deutsch“ aussehen würden oder ihre Namen nicht „deutsch“ klingen würden. Betroffene berichten, dass ihnen durch diese oft gestellte Frage das Gefühl vermittelt werde, sie gehörten nicht dazu oder seien eben nicht „richtig deutsch“.

Im Format Mailab wird die Diskussion rund um die Debatte #vonhier nachvollziehbar analysiert und Moderatorin Mai Thi Nguyen-Kim gibt produktive Anregungen, mit dem Thema umzugehen.

2. Mai Thi Nguyen-Kim nennt vier Aspekte auf die „wir uns alle einigen sollten“. Diese werden folgend in dem Aufgabenblatt behandelt.

ARBEITSBLATT_#vonhier    W  P

Die Schüler*innen schauen den Clip und beantworten dann mit ihrem/ihrer Tischnachbar*in die Fragen auf dem Arbeitsblatt. Um den Schüler*innen die Beantwortung der Fragen zu erleichtern, sollte der Clip nach den einzelnen Abschnitten pausiert werden.

  • Wir können nicht wissen, wie sich andere fühlen. (04:20 bis 06:48)
  • Die Absicht ist wichtig. (06:49 bis 08:08)
  • Das ewige Ping-Pong-Spiel hilft niemandem weiter (08:08 bis 10:07)
  • Aufklärung ist die einzige Lösung gegen Unwissenheit (ab 10:07)

3.  Nach dem Besprechen der Ergebnisse wird ein Rollenspiel durchgeführt. Die Schüler*innen sollen zu zweit folgende Szenarien durchspielen:

Szenario 1: Person A überrumpelt B unsensibel mit der Frage (und weiteren Nachfragen) zur Herkunft. Person B klärt Person A respektvoll darüber auf, warum sie die Frage unangebracht findet.

Szenario 2: Person A fragt respektvoll und mit nötigem Feingefühl nach der Herkunft. Person B antwortet.  

Im Anschluss können Freiwillige das Szenario vorstellen und ggf. mit der Klasse diskutieren.

Downloadbereich:

ARBEITSBLATT_#vonhier    W  P

Für Lehrkräfte sind zum vertiefenden Hintergrundwissen folgende Inhalte zu empfehlen:

Kompetenzen:

  • diskutieren
  • Erfahrungen reflektieren
  • austauschen

Material:

  • Tafel/Board
  • Kreide/Stifte
  • Videos
  • Arbeitsblatt

Möglicher Ablauf und didaktische Hinweise:

1. Zum Einstieg wird der Begriff „Rassismus“ an die Tafel / das Whiteboard geschrieben. Was fällt den Schüler*innen dazu ein und wie würden sie den Begriff definieren?

Eine Definition für Jugendliche zur Orientierung;

„Rassismus ist eine abwertende und verachtende Denkweise über andere Menschen. Personen mit einer solchen Haltung heißen Rassisten: Rassisten glauben, dass Menschen aufgrund einer anderen Hautfarbe oder Herkunft weniger wert sind als sie selber oder sogar eine Gefahr darstellen. Im Namen dieses Irrglaubens sind in der Vergangenheit schlimme Verbrechen gegen die Menschlichkeit verübt worden, wie die Judenverfolgung im Dritten Reich in Deutschland oder das Apartheids-Regime in Südafrika.“ (neuneinhalb, Auszug aus dem Lexikoneintrag zu Rassismus)

2. Im Talkformat Auf Klo werden mit jungen Menschen gesellschaftliche Tabuthemen besprochen. In dieser Folge berichtet Sam davon, wie es ist, in der Schule rassistischen Drohungen ausgesetzt zu sein.

Die Schüler*innen schauen gemeinsam das Video und beantworten die Fragen auf dem Arbeitsblatt.

ARBEITSBLATT_Rassimus im Alltag    W  P

3. Sam und Maria machen im Video den „Check Your Privilege“-Test. Das Thema hat besonders in den USA im Rahmen der Black Lives Matter-Bewegung auf TikTok große Wellen geschlagen. Die Schüler*innen stellen sich gegenseitig die Fragen aus dem Arbeitsblatt.

ARBEITSBLATT_Check Your Privilege    W  P

Als Vorlage kann auch das Video gezeigt werden, mit dem der Trend gestartet wurde.

Optional können die Schüler*innen die Interviews auch als Video aufnehmen, die dann im Klassenverbund geschaut und besprochen werden.

Bei dieser Aufgabe ist es besonders wichtig, sensibel mit den potenziellen Erfahrungen von Schüler*innen mit Migrationshintergrund umzugehen. Wer nicht darüber sprechen möchte, sollte – auch wenn es für die anderen Mitschüler*innen interessant wäre – nicht gedrängt werden.

4. Im Anschluss sollten die Schüler*innen diskutieren, was sie von dem Test halten.

Mögliche Diskussionsfragen sind:

  • Wie habt ihr euch bei dem Test gefühlt?
  • Was findet ihr an dem Test gut und was gefällt euch weniger gut?

Dazu sollte, falls es in der Diskussion nicht aufgegriffen wird, angemerkt werden, dass es natürlich durchaus andere Formen der Diskriminierung gibt. Menschen mit Behinderungen oder auch Menschen, die aus sozial benachteiligten Verhältnissen kommen, werden in den Fragen nicht erfasst. In der Challenge geht es in erster Linie darum, Rassismuserfahrungen für Menschen nachvollziehbar zu machen, die nicht davon betroffen sind.

Downloadbereich:

ARBEITSBLATT_Rassimus im Alltag    W  P
ARBEITSBLATT_Check Your Privilege    W  P

Für Lehrkräfte ist zum vertiefenden Hintergrundwissen die folgende Playlist zu empfehlen:
Der Diversitätsdiskurs in Online-Formaten

Kompetenzen:

  • diskutieren
  • analysieren
  • sich begründet austauschen

Materialien:

  • Tafel/Board
  • Kreide/Stifte
  • Videos
  • Arbeitsblatt

Möglicher Ablauf und didaktische Hinweise:

2018 wurde in Deutschland während und nach der WM eine Diskussion zum Umgang mit dem damaligen Nationalspieler Mesut Özil geführt. Dieser wurde wegen eines gemeinsamen Fotos mit dem türkischen Präsidenten Erdoğan medial scharf kritisiert.

1. Die Schüler*innen schauen das Musikvideo „Aber“ von Eko Fresh. Der Kontext des Videos sollte vorher kurz erklärt werden. Ein informativer Beitrag für die Lehrkraft findet sich zum Beispiel bei DW. Die Klasse wird dann in zwei Gruppen aufgeteilt. Die eine Gruppe analysiert die erste, die andere die zweite Strophe. Im Anschluss werden die Ergebnisse gemeinsam besprochen.

ARBEITSBLATT_A_Erste Strophe Eko Fresh – Aber    W  P

ARBEITSBLATT_B_Zweite Strophe Eko Fresh – Aber    W  P

2. Nun wird noch einmal gemeinsam die dritte Strophe geschaut. Gemeinsam sollen Kernaussagen herausgearbeitet und an der Tafel / am Whiteboard festgehalten werden. Für die Lehrkräfte sind einige Kernaussagen in einem Handout aufgeführt.

HANDOUT_Dritte Strophe mit Kernaussagen Eko Fresh – Aber    P

3. Die Debatte zu Mesut Özil ist ein Beispiel für diverse Debatten in Deutschland, bei denen die Gesellschaft stark gespalten ist. Die Schüler*innen diskutieren, wie es gelingen kann, dass zwei radikal unterschiedliche Meinungen direkt aufeinandertreffen und ein Austausch stattfindet. Sollten in der Schule solche Themen diskutiert werden? Finden sie das Musikvideo gelungen?

Optional: Das Konzept zu Eko Freshs Song Aber ist stark von Joyner Lucas’ Musikvideo I’m not racist (2017) inspiriert. Hier geht es um die Spaltung von Afroamerikaner*innen und radikalen Trump-Anhänger*innen. Auch wenn möglicherweise nicht alles von den Schüler*innen verstanden wird, ist das Musikvideo sehenswert und bietet die Möglichkeit, die Diskussion thematisch zu erweitern.

Downloadbereich:

ARBEITSBLATT_A_Erste Strophe Eko Fresh – Aber    W  P
ARBEITSBLATT_B_Zweite Strophe Eko Fresh – Aber    W  P
HANDOUT_Dritte Strophe mit Kernaussagen Eko Fresh – Aber    P

Für Lehrkräfte ist zum vertiefenden Hintergrundwissen die folgende Playlist zu empfehlen:
Ethnisch-kulturelle Vielfalt in Medienproduktionen (Kapitel "Musikproduktionen")

Kompetenzen:

  • diskutieren
  • analysieren
  • informieren
  • sich begründet positionieren

Material:

  • Tafel/Board
  • Kreide/Stifte
  • Videos
  • Arbeitsblatt

Möglicher Ablauf und didaktische Hinweise:

1. Zum Einstieg schauen sich die Schüler*innen zwei Bilder an: Das Foto des 2016er-Cast von Gute Zeiten, Schlechte Zeiten (RTL) und die Abbildung der Hauptdarsteller*innen von der Netflix-Serie Sex Education (2019).

Gemeinsam werden folgende Fragen diskutiert:

  • Was fällt den Schüler*innen beim Vergleich der Bilder auf?
  • Woran kann es liegen, dass die Besetzung von GZSZ deutlich weniger divers ist?
  • Ist das aus Sicht der Schüler*innen ein Problem? Warum (ja/nein)?
  • Sollte das geändert werden? Wenn ja, wie könnte das gelingen?

2. Für die Frage nach Diversität und Vielfalt ist aber nicht nur relevant, ob beispielsweise Menschen mit Migrationshintergrund in einem Film / einer Serie mitspielen, sondern in welcher Rolle. Die Schüler*innen schauen sich einen Ausschnitt aus der Dokumentation Kino Kanak – Warum der deutsche Film Migranten braucht (2020) an. Hier berichten verschiedene Schauspieler*innen mit Migrationshintergrund von ihren persönlichen Erfahrungen.

Gemeinsam können im Anschluss an der Tafel / am Whiteboard die beschriebenen Probleme festgehalten werden:

Welche Probleme werden beschrieben? Hier einige Inhalte, die genannt werden sollten:

  • Die Schauspier*innen bekommen zu wenig Aufträge.
  • Die Rollen basieren oft auf negativen Klischees („der kriminelle Ausländer“ etc.).
  • Allgemein angesehene Berufe (Chefarzt, Kommissar) werden selten von Menschen mit Migrationshintergrund besetzt, sondern eher Berufe mit weniger Prestige („Putzfrau“ etc.).
  • Die „Helden“ der Geschichten sind oft weiße Darsteller*innen, dunkelhäutige eher Opfer/Täter*in.
  • Sie müssen oft so tun, als würden sie schlecht deutsch sprechen.
  • Wenn sie die Rolle / den Text kritisieren, wird problemlos ein/e andere/r Darsteller*in gefunden.

Woran liegt das?

  • Produzent*innen nehmen an, dass z.B. ein dunkelhäutiger Arzt die Zuschauer*innen verwirren würde.
  • Produzent*innen sind selbst nicht frei von Stereotypen.
  • Es braucht mehr Vielfalt in den höheren Positionen (Drehbuch, Produzent*in, Regisseur*in).

Hinweis: Diese Aufgabe kann je nach Interesse weiter vertieft und mit anderen Medienbeispielen erweitert werden. Dafür eignen sich die Artikel Hartnäckige Stereotype und Mediengestaltung, Stereotype und Diversity sowie die Playlist Ethnisch-kulturelle Vielfalt in Medienproduktionen. Jens Förster berichtet beispielsweise in dem Artikel Mediengestaltung, Stereotype und Diversity, über die Vermutung von Medienmacher*innen, dass divers besetzte Rollen von der Handlung ablenken könnten. In der Playlist Ethnisch-kulturelle Vielfalt in Medienproduktionen werden in dem ersten Kapitel „Fiktionales Fernsehen“ Filmausschnitte gezeigt, die Vorurteile aufgrund des Aussehens thematisieren.

3. Die Serie 4 Blocks wurde häufig dafür gelobt, dass sie arabische Großfamilien und Clans in Berlin „authentisch“ abbilde. Eng damit verbunden ist aber auch die Kritik, die Serie bestätige Klischees bezüglich der arabischen Minderheit.

Die Schüler*innen schauen sich einen Clip der Serie an und beantworten die Fragen auf dem Arbeitsblatt.

ARBEITSBLATT_4 Blocks    W  P

Im Anschluss wird die dritte Frage des Arbeitsblatts gemeinsam besprochen. Folgende Aspekte sollten in diesem Zusammenhang genannt werden:

  • Sprachstil und Auftreten der beiden Portagonisten
  • Automarke
  • Setting (Neukölln)
  • Verweise auf das Gangstermillieu (Gespräch über Uhren und „Weiber“, Drogen etc.)
  • Musik

Downloadbereich:

ARBEITSBLATT_4 Blocks    W  P

Kompetenzen:

  • diskutieren
  • analysieren
  • sich begründet positionieren

Material:

  • Tafel/Board
  • Kreide/Stifte
  • Videos
  • Arbeitsblatt

Möglicher Ablauf und didaktische Hinweise:

1. Zum Einstieg schauen sich die Schüler*innen zwei Bilder an: Auf der einen Seite ein Foto des 2016er-Cast von Gute Zeiten, Schlechte Zeiten (RTL) und auf der anderen Seite die Hauptdarsteller*innen der Netflix-Serie Sex Education (2019).

Gemeinsam werden folgende Fragen diskutiert:

  • Was fällt den Schüler*innen beim Vergleich der Bilder auf?
  • Woran kann es liegen, dass die Besetzung von GZSZ deutlich weniger divers ist?
  • Ist das aus Sicht der Schüler*innen ein Problem? Warum (ja/nein)?
  • Sollte das geändert werden? Wenn ja, wie könnte das gelingen?

2. Für die Frage nach Diversität und Vielfalt ist aber nicht nur relevant, ob beispielsweise Menschen mit Migrationshintergrund in einem Film / einer Serie mitspielen, sondern in welcher Rolle. Die Schüler*innen schauen sich einen Ausschnitt aus der Dokumentation Kino Kanak – Warum der deutsche Film Migranten braucht (2020) an. Hier berichten verschiedene Schauspieler*innen mit Migrationshintergrund von ihren persönlichen Erfahrungen.

 

Gemeinsam können im Anschluss an der Tafel / am Whiteboard die beschriebenen Probleme festgehalten werden:

Welche Probleme werden beschrieben? Hier einige Inhalte, die genannt werden sollten:

  • Die Schauspier*innen bekommen zu wenig Aufträge.
  • Die Rollen basieren oft auf negativen Klischees („der kriminelle Ausländer“ etc.).
  • Allgemein angesehene Berufe (Chefarzt, Kommissar) werden selten von Menschen mit Migrationshintergrund besetzt, sondern eher Berufe mit weniger Prestige („Putzfrau“ etc.).
  • Die „Helden“ der Geschichten sind oft weiße Darsteller*innen, dunkelhäutige eher Opfer/Täter*in.
  • Sie müssen oft so tun, als würden sie schlecht deutsch sprechen.
  • Wenn sie die Rolle / den Text kritisieren, wird problemlos ein/e andere/r Darsteller*in gefunden.

Woran liegt das?

  • Produzent*innen nehmen an, dass z.B. ein dunkelhäutiger Arzt die Zuschauer*innen verwirren würde.
  • Produzent*innen sind selbst nicht frei von Stereotypen.
  • Es braucht mehr Vielfalt in den höheren Positionen (Drehbuch, Produzent*in, Regisseur*in).

Hinweis: Diese Aufgabe kann je nach Interesse weiter vertieft und mit anderen Medienbeispielen erweitert werden. Dafür eignen sich die Artikel Hartnäckige Stereotype und Mediengestaltung, Stereotype und Diversity sowie die Playlist Ethnisch-kulturelle Vielfalt in Medienproduktionen. Jens Förster berichtet beispielsweise in dem Artikel Mediengestaltung, Stereotype und Diversity, über die Vermutung von Medienmacher*innen, dass Rollen, die entgegen den vermeintlich gängigen Stereotypen besetzt werden, als verwirrend (und damit von der Handlung ablenkend) eingeschätzt werden. In der Playlist Ethnisch-kulturelle Vielfalt in Medienproduktionen werden in dem ersten Kapitel „Fiktionales Fernsehen“ Filmausschnitte gezeigt, die Vorurteile aufgrund des Aussehens thematisieren.

3. Damit Filme und Serien in Deutschland in Zukunft mit vielfältigerem Anspruch geschrieben und besetzt werden, führt die Hamburger Filmförderung künftig Checklisten ein. Die Schüler*innen lesen das Interview von ZEIT ONLINE mit Helge Albers, Geschäftsführer der Hamburger Filmförderung und beantworten die Fragen auf dem Arbeitsblatt.

ARBEITSBLATT_Diversity-Checklist    W P

Bei Interesse können sich die Schüler*innen die Checklisten der Filmförderung Hamburg Schleswig Holstein durchlesen:

3. Die Serie 4 Blocks wurde häufig dafür gelobt, dass sie arabische Großfamilien und Clans in Berlin „authentisch“ abbilde. Eng damit verbunden ist aber auch die Kritik, die Serie bestätige Klischees bezüglich der arabischen Minderheit.

Die Schüler*innen schauen sich einen Clip der Serie an. Anschließend wird die Szene bezüglich ihrer stereotypen Darstellung gemeinsam besprochen. Mögliche Diskussionsfragen sind:

  • Findet ihr, dass die Serie mit Klischees arbeitet? Dabei können folgende Aspekte bedacht werden:
    • Sprachstil und Auftreten der beiden Portagonisten
    • Accessoires (Automarke etc.)
    • Setting (Neukölln)
    • Verweise auf das Gangstermillieu (Gespräch über Uhren und „Weiber“, Drogen etc.)
    • Musik
  • Sind das genau solche Rollen, von denen Schauspieler*innen mit Migrationshintergrund im Filmausszug Kino Kanak sprachen?
  • Andererseits berichten Ermittlungsbehörden, dass es in Berlin tatsächlich Probleme mit arabischen Familien-Clans gebe. Bildet die Serie also nur die Realität ab? Oder geht es darum ohnehin nicht, weil es eine fiktionale Serie ist?

5. Zum Abschluss können die Schüler*innen darüber sprechen, welche Serien / Filme sie gesehen haben, bei denen das Thema Diversität besonders positiv / negativ aufgefallen ist. In den Playlists Ethnisch-kulturelle Vielfalt in Medienproduktionen und Der Diversitätsdiskurs in Online-Formaten findet man Positivbeispiele, die für diese Diskussion hilfreich sein könnten.

Downloadbereich:

ARBEITSBLATT_Diversity-Checklist    W P

Kompetenzen:

  • diskutieren
  • Reflexion eigener Erfahrungen
  • analysieren
  • kreatives Arbeiten

Material:

  • Tafel/Whiteboard
  • Kreide/Stifte
  • Videos
  • Arbeitsblatt

Möglicher Ablauf und didaktische Hinweise:

1. Zunächst schauen die Schüler*innen das Video Heartbreaking Moment When Kids Learn About White Privilege | The School That Tried to End Racism an.

Anschließend wird der Clip gemeinsam besprochen. Mögliche Fragen hierzu:

  • Was bedeutet „White Privilege“?
  • Mit welcher Methode wurde den Kindern das Thema „White Privilege“ nähergebracht?
  • Wofür stehen das Rennen und die unterschiedlichen Startpositionen?
  • Wie reagieren die Kinder im Video?  

Optional können auch die relativ einseitigen YouTube-Kommentare mit einbezogen werden, die eine„Gehirnwäsche“ der Schüler*innen befürchten und mit der Methode nicht einverstanden sind.

2. Die Wissenschaftlerin und Aktivistin Peggy McIntosh hat den Begriff des „White privilege“ maßgeblich geprägt. Im Interview mit der ZEIT spricht sie über ihr berühmtes Essay zu dem Thema und was sich 30 Jahre nach der Veröffentlichung verändert bzw. nicht verändert hat. Im Arbeitsblatt finden die Schüler*innen Fragen dazu.

ARBEITSBLATT_Interview Peggy McIntosh    W  P

3. Die „Check Your Privilige“-Challenge hat besonders in den USA im Rahmen der Black Lives Matter Bewegung auf TikTok große Wellen geschlagen. Die Schüler*innen finden sich zu zweit zusammen und stellen sich gegenseitig die Fragen.

ARBEITSBLATT_Check Your Privilege    W  P

Als Vorlage kann auch das Video gezeigt werden, mit dem der Trend gestartet wurde.

Optional können die Schüler*innen die Interviews auch als Video aufnehmen, die dann im Klassenverbund geschaut und besprochen werden.

Hier ist wichtig, sensibel mit den potenziellen Erfahrungen von Schüler*innen mit Migrationshintergrund umzugehen. Wer nicht über eigene Erfahrungen sprechen möchte, sollte – auch wenn es für die anderen Mitschüler*innen interessant wäre – nicht gedrängt werden.

4. Im Anschluss sollten die Schüler*innen diskutieren, was sie von dem Test halten. Mögliche Diskussionsfragen sind:

  • Wie haben sie sich bei dem Test gefühlt?
  • Was finden sie an dem Test gut und was gefällt ihnen weniger gut?

Dazu sollte, falls es in der Diskussion nicht aufgegriffen wird, angemerkt werden, dass es natürlich durchaus andere Formen der Diskriminierung gibt. Menschen mit Behinderungen oder auch Menschen, die aus sozial benachteiligten Verhältnissen kommen, werden in den Fragen nicht erfasst. In der Challenge geht es in erster Linie darum, Rassismuserfahrungen für Menschen nachvollziehbar zu machen, die nicht davon betroffen sind.

Downloadbereich:

ARBEITSBLATT_Interview Peggy McIntosh    W  P
ARBEITSBLATT_Check Your Privilege    W  P

Für Lehrkräfte ist zum vertiefenden Hintergrundwissen folgende Playlists zu empfehlen:
Der Diversitätsdiskurs in Online-Formaten
Mediale Wissensvermittlung als Sensibilisierungsangebot

Kompetenzen:

  • diskutieren
  • Erfahrungen austauschen
  • analysieren
  • sich positionieren
  • kreatives Gestalten

Material:

  • Tafel/Whiteboard
  • Kreide/Stifte
  • Videos
  • Arbeitsblatt
  • ggfs. Material für Plakaterstellung
  • ggfs. Handys

Möglicher Ablauf und didaktische Hinweise:

1. Zunächst wird der Screenshot der YouTuberin Victoria Hadithi gezeigt.

Victoria Hadithi wirft der Sängerin Shirin David Blackfishing vor. Ohne die Situation weiter zu erklären, werden die Schüler*innen zunächst gefragt, was sie mit dem Begriff „Blackfishing“ anfangen können, bzw. ob sie schon mal davon gehört haben.

Bei Interesse kann an dieser Stelle das in 1. angesprochene Video On Off von Shirin David gezeigt werden.

Im Folgenden werden drei Videos - in denen die Begriffe: Blackfacing, Blackfishing und Yellowfacing aufgegriffen werden - gesichtet und anschließend besprochen.

Im Instagram-Format Softie (@softie.offiziell)  von Funk werden Stories zu Feminismus, Rassismus und weiteren gesellschaftlich relevanten Themen produziert. In dieser Ausgabe wird das Thema Blackfishing erklärt.

Als Ergänzung dazu wird der Clip „Verstehen Sie Spaß?“ Blackfacing mit Guido Cantz  von übermedien.de gezeigt. Während Blackfishing vielleicht nicht immer auf den ersten Blick als solches erkennbar ist, ist Blackfacing oft eine „klare Angelegenheit“. In diesem Video wird eine Folge von Verstehen Sie Spaß? kritisch eingeordnet

Noch nicht ganz so etabliert wie „Blackfacing“ ist der Begriff „Yellowfacing“. Im vietdeutschen Podcast Rice and Shine sprechen Minh Thu Tran und Vanessa Vu über ihre Erfahrungen als in Deutschland geborene Kinder vietnamesischer Einwander*innen. In dieser Folge unterhalten sich die beiden mit dem Hamburger Theatermacher Dan Thy Nguyen zum Thema kulturelle Aneignung und Yellowfacing. (Der Clip zum „Chinesenfasching“, über den unter anderem gesprochen wird, ist hier zu finden.)

Die Schüler*innen bearbeiten anschließend ein Arbeitsblatt, auf dem die verschiedenen Begriffe definiert und voneinander abgegrenzt werden sollen.

ARBEITSBLATT_Black- & Yellowfacing    W  P

Im Anschluss sollten die Eindrücke zu den verschiedenen Videos / dem Podcast besprochen werden. Können die Schüler*innen die Kritiken und die teilweise persönlichen Empfindungen nachvollziehen? Alternativ können die Videos auch einzeln diskutiert und nacheinander geschaut werden.

3. Zur Vertiefung lesen die Schüler*innen den Text Kontroverse um Blackfacing von Uta Steinwehr (Deutsche Welle 2019). Im Anschluss können die Schüler*innen kreativ mit den Begriffen arbeiten: Sie produzieren Plakate oder kurze Erklärvideos zu den behandelten Begriffen (Blackfacing etc.). Enthalten sein sollten Definitionen, historische Bezüge und die Perspektive der Betroffenen.

Downloadbereich:

ARBEITSBLATT_Black- & Yellowfacing    W  P

Für Lehrkräfte sind zum vertiefenden Hintergrundwissen folgende Playlists zu empfehlen:

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Lennart Sörnsen ist Medienwissenschaftler, arbeitet als freier Medienpädagoge und ist Experte für Cybermobbing. Er gibt Workshops für Schüler*innen zu Datenschutz & Fake News und arbeitet im Projektmanagement bei JUUUPORT, einer Beratungsplattform für junge Menschen bei Problemen im Netz. Seit Anfang 2020 ist er Prüfer bei der Freiwilligen Selbstkontrolle Fernsehen.

[Bild: privat]
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Inhalte, Wirkungen und Risiken